Nimmer ganz neu im Kino: “Das Kanu des Manitu”

Merke: Früher war alles ganz anders. In der guten alten Zeit übernahm Vater die Kinder der guten Hausfrau mit der gestärkten Schürze und Haar am Nachmittag des Heiligen Abend für einen Ausflug zum Weihnachtsfilm im Kino, damit letztere endlich Zeit für sich selbst, ach Quatsch, für die Vorbereitung von Gans und Baum und Bescherung inklusive eines durch reichlich Klosterfrau Melissengeist zu kurierenden Nervenzusammenbruchs hatte.

Nicht so im Jahr 2025. Da teilt sich die wenig weihnachtsaffine Frau flockblog den riesigen Saal im Matthäserkino mit ein paar versprengten vermutlich auch wenig weihnachtsaffinen Menschen, die möglicherweise ebenfalls vorsorglich vorbestellt hatten. Ein bißchen armselig, zugegeben.

Aber dafür ist der Film ganz genauso wie erwartet. Das meine ich als Kompliment. Das “Kanu” ist eine würdige Fortsetzung des “Schuh”, ein Vierteljahrhundert später. Diese fast 25 Jahre merkt man sowohl Darstellern wie Witzen an und das ist gut so. Schade nur, dass in der Promotionsphase des Films im Sommer in den Trailern so viele Szenen schon verbrannt wurden, die hätte ich lieber gern beim ersten Mal schauen neu erlebt, aber dafür ist mein Gedächtnis noch nicht schlecht genug.

Well.

Falls, wie zu erwarten, aus den Manitu-Filmen mal ein Double Feature fürs Weihnachtsfernsehen wird, kann man das gut ansehen. Wenn es bis dahin noch Fernsehen gibt.

Wovor mir allerdings graut, ist, nein, nicht Heinrich, sondern, dass in ein paar Jahren die KI übernimmt und einen lustigen Film algorithmisiert. Das wird dann vermutlich gräßlich.

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