Man könne, sagt bedeutungsschwer die Führerin einer Gruppe, während sie die Hörhilfen ausgibt und versucht, ihre Schäflein zu sammeln und zu zählen, den Titel der Ausstellung ja nun auf zwei Arten lesen: einmal als Aussagesatz, bestehend aus Subjekt, Prädikat und Objekt oder aber auch als Aneinanderreihung starker Substantive. Jaha. Wissen wir das auch, lassen das Rudel schnell hinter uns und gehen entspannt selber gucken und verstehen.
Die Ausstellungsmacher springen fröhlich durch die Epochen und zeigen Frisuren (Haupt- und Barthaar) gedreht, gezwirbelt, gesteckt, zu Türmen coiffiert, gelöst und wild, pigmentfrei und knatschbunt – die Ausstellung ist recht heiter und lebhaft, schließlich ist Haar ein Thema, das nun wirklich jeden betrifft. Auch der politische Aspekt wird behandelt und die Zerstörung des Individuums, wenn Haar gewaltsam geschoren wird, sei es, weil ein Mensch weggesperrt, zur Armee eingezogen (“Hair”) oder wegen Fraternisierung gebrandmarkt werden soll.
Und dann gibt es noch den Friseursalon, in dem Besucher und Innen aufgefordert sind, auf altertümlichen Barbierstühlen Platz zu nehmen und vor riesigen Spiegeln ihre ganz persönliche Frisur wählen. Zum Glück sind keine kleinen Kinder da, so dass auch große Spaß an diesen Albernheiten haben können… Die Bearbeitungszeit wird mottogerecht mit Waschen, Legen, Föhnen begründet, das Resultat ist sensationell. Oder?
Dann haben wir genug von Haaren und das schöne Café in den Fünf Höfen, das man von oben aus dem Museum schon sehen kann serviert Eiskaffee, läßt dazu seinen Brunnen plätschern und München bietet alles auf, was es an Leuten zu gucken geben kann.
Das Leben ist schön.
Bloß der Öffentliche Nahverkehr enttäuscht bitterlich – dieser Drecks-SEV während dieser Hitze bringt es tatsächlich fertig, auf zwei unterschiedlichen Routen jeweils knapp eine Stunde damit zuzubringen, seine Passagiere von Hadern bzw. aus der Innenstadt wieder zurück zu transportieren. What an utter shyte!

