Vorrede: Ich bin im deutschen Fernsehschaffen nicht allzu bewandert, habe aber, wie schon erwähnt, eine gewöhnlich gut unterrichtete Quelle, die meine Bildungslücken befüllt und außerdem durch die Nähe zu den Drehbuchautoren Kiefersauer und Liegl über Insiderwissen verfügt.
Von der habe ich erfahren, dass es eine neue Serie gibt, deren Hauptperson, die Physiotherapeutin Lisa Taubenbaum (Anna Fischer), wegen einer familiären Notlage aus Berlin in ihr Heimatdorf auf der Schwäbischen Alb zurückkehrt und auf Bestatterin mit Hang zur Mordermittlung umschult.
Hmmm. Ich habe mich getreulich durch die vier in der Mediathek verfügbaren Folgen geschaut und ich bin… ja, ich bin in meiner Ehre als Schwäbin gekränkt. Man verstehe mich nicht miß: die Fälle sind nicht uninteressant und im großen und ganzen plausibel, auch wenn Kommissar Zufall schon noch oft aushelfen muss, die sich entwickelnde Beziehung zwischen Bestatterin und Chef-Ermittler aus Stuttgart (Christoph Letkowski) recht nett, aber dass in diesem ganzen älblerischen Drecksdorf nicht einer der Darsteller und Innen schwäbisch schwätza duat, des duat weh. Richtig weh. Die größte Unverschämtheit ist der berlinerisch angehauchte Akzent der Hauptdarstellerin. Als ob ein paar Jahre weg von dahoim ausreichen würden, den schwäbischen Sprachduktus zu eliminieren! Pah. Fragt den Oettinger, den Späth, den Schäuble, den Kretschmann, den Özdemir… – an dem Dialekt beißen sich die besten Spracherzieher die Zähne aus. Des isch ned schee.
In bayerischen Regionalkrimis wird oft eine österreichische Klangfärbung mit eingemischt. Das ist auch nur mittelschön, aber halt wenigstens irgendwie O-Ton Süd. (Fragt Oma.) Fernsehmenschen: Wenn ihr das mit dem Schwäbischen nicht hinkriegt, nehmt halt eine andere schöne Landschaft zum Drehen. Zefix!
Für Nicht-Schwaben wahrscheinlich erträglicher als für mich.