Da simmer dabei, das ist prihima

Ich habe heute viel gelernt. Sehr viel. Ich weiß jetzt, was das alles ist (Wahnsinn), wohin mit den Händen (zum Himmel), welche Dessousfarbe Frau Meier bevorzugt (rot), woher die Musik kommt (Bemmn), was alle wollen (Party, Party, Party) und es wurde wiederholt, bei welchem Frauentyp nicht nur der Goiserer schwach wird (dickwadlerte).

Warum ich das alles weiß? Weil Innerer heute schon beim Aufstehen ganz hibbelig war. “Im Stäblibad ist heute wieder Wassergymnastik. Und wir haben doch keinen anderen Termin. Kannst du eigentlich gleich den Badeanzug drunter…” Da schau her. Hat ihm das Wassertritscheln genauso sehr gefehlt wie mir. Und kaum kriegt frau einmal den Arsch hoch, ist der Kerl nicht mehr zu bremsen. Gut so, dann melden wir uns doch gleich für einen Abendkurs an, oder?

Aber wir wollten über mein neu erworbenes Wissen sprechen. Kurz vor 12:00 Uhr standen wir also im Becken Instruktorin Jana gegenüber, warteten auf wieder einen Schlager aus dem reichen Fundus der schwedischen Eurovisionssieger und waren baß erstaunt, als wir erfuhren, dass die Musik heute speziell für Weiberfasching und noch spezieller als Vorbereitung für nächsten Dienstag eingespielt werde, wo die ganze Gruppe sich darauf freuen dürfe, in einer Polonäse durchs Schwimmbad zu ziehen. Ja. Nein. Nein, nein, nein! Nächsten Dienstag habe ich irgendwas anderes vor. Was genau, muß ich mir noch ausdenken, aber für Faschingsumzüge in Badeschlappen bin ich nicht zu haben. Gehts eigentlich noch?

Aber heute ist heute. Jana war ganz offensichtlich in einem früheren Leben Drill Sergeant und hetzt ihr gut beleibtes Greisenhäuflein zu diesen Mitschunkelweisen feste durchs Becken. Selbst der emeritierten Studienrätin (Deutsch, Geschichte, Klöppeln) neben mir geht langsam die Puste aus. Sie bemeckert nur noch jeden dritten Verstoß gegen die deutsche Grammatik, der von da vorne kommt und kommt erst wieder in Fahrt, als wir zum Schuhplatteln aufgefordert werden (jaha, ein Landler ist auch dabei – der Partymix ist so grauenhaft, wie man ihn sich nur vorstellen kann). “Schuhplatteln bedingt, wie der Name schon sagt, Schuhe. Trägt ja wohl hier im Wasser keiner.” Meine spontane Wortschöpfung, nämlich das hübsch alliterative Aquaplatteln, wird als akzetabel befunden. Was soll ich machen, ich war halt immer schon ein Streber in Deutsch…

Während Innerer und ich nach der Stunde noch ein paar Bahnen schwimmen, kontemplieren wir, ob und wo wir den Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention anzeigen sollen. Mein Hirn ist nämlich sehr seltsam verkabelt und merkt sich Liedertexte nach einmaligem Hören. Beweis? Unter der Dusche erwischen wir uns dabei, wie wir von Frau Meier trällern, die rote Unterhosen (mit gelbe Mascherl dro) anhat. Jetzt echt! Hat denn keiner Mitleid mit meinen Altersheimmitbewohnern in spe? Und selbst, wenn die mehrenteils schon recht harthörig sein sollten, man denke doch auch einmal an das arme Personal dieses Hauses. Mensch!

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