MLK Day

Heute wird, wie an jedem 3. Montag im Januar, in den USA der Martin-Luther-King-Day begangen, was, wie die unzähligen Google-Suchen zeigen, in den Tagen der Regierung per Dekret nicht mehr so selbstverständlich ist, wie es einmal war. Aber noch ist MLK Day ein Federal- und ein Bank Holiday, das heißt Banken, Behörden, Postamt sind geschlossen und die Kinder haben schulfrei.

Wer das zu einem Ausflug in einen Nationalpark nutzen will, wird erfahren, dass ihm dennoch ein Dekret in den Weg geschmissen wurde: Der Eintritt ist an MLK Day nicht mehr frei. Das gilt übrigens auch für Juneteenth, den 19. Juni, an dem das Ende der Sklaverei gefeiert wird. Da wird jetzt auch Eintritt fällig.

Aus dem Vokabelheft (KI-Version)

Der angelsächsische Begriff “moreish” steht im allgemeinen für “Lust auf mehr machen”, meist im Zusammenhang mit einer besonders wohlschmeckenden Speise. Mit so einem Unfung hält sich die Google-KI-Übersetzung nicht auf, sondern macht daraus das im Deutschen bis dato noch nicht verhandene Wort “mehrisch”.

Ist hübsch. Nehm ich.

Gastfundstück

  1. Im Hunsrück ist ja oft was anders als anderswo.
  2. Meine früheren Kolleginnen wissen, dass sie mir mit Absurditäten eine Freude machen können.
  3. And now, without further ado, zeige ich euch, womit:

Gelesen: Joann Sfar – “Die Katze des Rabbiners” (Band 5)

Seit Jeff Bezoses Kniefall vor 47, decke ich meinen Bedarf an neuen Büchern manchmal im lokalen Buchhandel, jedoch aber meist bei Thalia und den an gebrauchten bei Momox. Der Weihnachtsmann war offensichtlich von meiner neuen Einkaufspolitik noch nicht informiert worden und so habe ich jüngst wider meinen Vorsatz doch noch mal kurz bei Amazon vorbegeschaut, und die geschenkten Gutscheine gegen Bücher eingetauscht.

So. Und nach dieser langen Vorrede, die gar nichts mit der Katze des Rabbiners zu tun hat, komme ich zum nunmehr 5. Sammelband von Joann Sfars Bildergeschichten und kann mich nur wieder meiner Meinung vom letzten Mal anschließen: https://flockblog.de/?p=48917.

Lesen! Lesen! Lesen!

Neu zum Strömen: “Agatha Christie’s Seven Dials”

Ideale Voraussetzungen: Für die weibliche Hauptrolle wurde eine Schauspielerin (Mia McKenna-Bruce) gefunden, mit einem zuckersüßen Gesichtchen und einer breiten Auswahl frech-verschmitzter Mimik, außerdem mit einer Physiognomie fürs ideale Kleiderpüppchen für den Look der Roaring Twenties (inklusive Hüte) und von der Autorin mit dem reizenden Spitznamen “Bundle” ausgestattet (für alle anderen “Lady Eileen”). Für die Rolle ihrer Frau Mama, einer sehr unkonventionellen Aristokratin mittleren Alters, konnte Helena Bonham Carter gewonnen werden, die dergleichen lässig und quasi im Schlaf spielt, als hätte sie seit Jahren nichts anderes getan (hat sie nicht). Und, holla: Martin Freeman, dessen Superintendent Battle von Scotland Yard sich in der Welt des alten Adels und der neuen Reichen wacker zu schlagen und dafür den schönsten lakonischen Text bekommen hat. Dazu noch eine Kollektion gutaussehender junger Männer sowie schöne Landschaften, Gärten, dienstbotenbestückte Anwesen, Kapuzenkuttenverschwörer und ein Zug mit Dampflock. Fertig ist das Genrestück.

Leider sind die Macher auf den Miniserientrend hereingefallen. Statt mit dem Material und der Besetzung einen eineinhalbstündigen hinreichend spannenden Film zu produzieren, treten sie jede Einstellung bis zur Unerträglichkeit breit. Und noch breiter. Es dauuuert und dauuuert und dauuuert. Ich habe das Buch nicht gelesen, bin aber ziemlich sicher, dass es Frau Christie gelungen wäre, mich länger im Dunkeln zu lassen. Hier bei dieser Verfilmung wußte ich schon ungefähr in der Mitte der zweiten von drei jeweils einstündigen Folgen, wers war.

Wer sich nebenbei zu beschäftigen weiß, kann die “Seven Dials” im Hintergrund laufen lassen. Muss aber nicht.