Fusion Cuisine

Der extrem aufgedrehte Herr am Nebentisch (ich vermute Cocaine all around his brain) deutet beidhändig und mit großen Gesten auf meinen Teller und mit Unterstützung seines Smartphones läßt er wissen, dass er aus Italien sei und mein Essen haben wolle. Meinen etwas bestürzten Gesichtsausdruck interpretiert er richtig und verdeutlicht in einem Gemisch aus Italienisch, Englisch und Gestik: nein, nein, nicht meins per se. Er wünsche, das gleiche Gericht zu bestellen, weil er molta molta fame habe. Die Bedienung ist auf Trab und bringt ihm zügig seinen Teller voller Nudeln und anderen chinesischen Zutaten (denn es ist ein China-Restaurant). Nun geschieht: nichts. Er schaut auf den dampfenden Teller, auf uns und wieder auf den Teller. Großes Drama.

Wat is, Luigi? Fehlt was? Sisisi. Aus tiefster italienscher Seele stößt er hervor: “Formaggio???”

Verhörte Intelligenz

Der Schauspieler David Tennant wird gefragt: “Are you common?” (Sind Sie ein Normalo?) Dessen Antwort: “Oh, I am common as fuck (total normal). I’m from Scotland.”

Die zur Höflichkeit erzogene Untertitel-KI schreibt: “Oh, I am common as mock.”

What the mock?

Zum Strömen: “Unforgotten”, Staffeln 3 und 4

Das ist eine richtig gute, atmosphärisch dichte, sauspannende britische Polizeiserie, die sich auf die Mühseligkeiten der Ermittlungsarbeit konzentriert und ohne Verfolgungsjagden mit quietschenden Reifen, rauchende Colts und sonstiges Drama auskommt. Außerdem: Nicola Walker, eine meiner erklärten Lieblingsschauspielerin und zwar, weil sie es kann.

Sie hat sich zum Ende der vierten Staffel rausschreiben lassen, leider, aber ich werde gelegentlich mal bei den nächsten beiden vorbeischauen, denn auch der restliche Cast ist sehr gut und die Fälle glaubwürdig.

Jede Staffel behandelt einen “cold case”, über sechs Folgen à 45 Minuten und paßt genau in einen trüben Herbstabend.

Anschauen! Anschauen! Anschauen!

Gastbeitrag

Ich nehme dieses Bildchen mal als das Kompliment, als das es sicher gemeint war, Frau W. aus S.

Gell?

Ockhams Rasiermesser

Man kann ein gekipptes Oberlicht auch einfach bei hereinbrechender Dämmerung schließen. Dann rumpeln diese Nachtasylsucherdrecksvögel Bada Bing, Bada Boom* dagegen, finden keinen Halt und keine Ruhe und schlafen woanders.

* Ich war nicht daheim, weiß also nicht, ob es wirklich so klingt. Aber ich dachte, dass eine Referenz an den Paten (alle Teile) in diesem Zusammenhang auf keinen Fall schaden kann. Vielleicht sind nicht alle Tauben blind? (Höhö.)

Verhörte Intelligenz (Halloween-Edition)

Der “BH” verhält sich zum “Büstenhalter” wie der “bra” zum “brazier”, ist also eigentlich nur eine Abkürzung. Wobei das “brazier” die amerikanisierte Version des urspünglichen französischen Begriffes “brassiere” ist und allen gemeinsam, dass sie die weibliche Brust stützen (sollen).

Eine “Brasserie” hingegen ist ein französisches Restaurant, und damit hatten Bette Middlers Ausführungen dazu, wie sie dieses Jahr zu Halloween nicht mehr mit tiefem Ausschnitt “Trick-or-Treating” gehen werde – im Gegensatz zur Behauptung der für Untertitel zuständigen VI – nun ganz und gar und überhaupt nichts zu tun.

Nostalgie-Kino: “Mad Max”, 1979

Hmmm. Ich bin nicht sicher, ob ich diesen ersten originalen “Mad Max” je gesehen habe, sondern nur die Folgefilme aus diesem Franchise, wenn die Autos und Akteure wilder und surrealer werden.

Dieser hier ist ein klassischer Rachefeldzugfilm, dem man das schmale Budget ansieht. Einem edlen Gesetzeshüter (Mel Gibson, 23 und pausbäckig) werden in einem recht rauen staubigen Endzeitaustralien von einer grausamen Motorradgang erst der Partner und dann Weib und Kleinkind erwartbar grausam dahingemeuchelt. Das Gesetz gibt ihm aber keine Handhabe, die Bösen hinter Gitter zu bringen. Also muss er selber ran und sie alle aus dem Weg räumen. Bumm. Knall. Peng. The End.

Außer ausgesucht brutal ist das nix besonderes. Dann doch lieber Charlize Theron (s. https://flockblog.de/?p=27308) und bei der war ich mir schon nicht ganz sicher.

Zermürbungstaktik

Vielleicht hätte ich nicht so spät noch einen Kaffee trinken sollen? Oder der Mond steht schief? Oder irgendetwas anderes ist verantwortlich dafür, dass ich nicht einschlafen kann. “Ist egal,” denke ich mir beim Wegdämmern, als die Kirchenglocke gegenüber den Werktätigen mitteilt, dass ihre Zeit jetzt gekommen ist, “ich schlafe dann halt bis Mittag. Ich kann das, ich bin Rentnerin.”

Hätte ich bestimmt auch getan, wenn nicht schwirrende Flügel und lautes Gurren mich hochgerissen und zum Im-Nachthemd-Drecksvögel-Wegwedeln gezwungen hätten. Ein Mal. Zwei Mal. Und obwohl ich angespannt auf das Aller-guten-Dinge-sind-drei-Mal warte, kommen sie nicht mehr. Gute Taktiker (“Kacktiker”?) sind sie, das muss ich ihnen lassen.