Morgenstund hat Krach im Mund

Dem flockblog-Team ist es durch unermüdliche (na ja, müde waren die Agenten schon…) investigative Ermittlungsarbeit gelungen, Einblick in die “Goldenen Regeln” der Hausmeister-Akademie zu bekommen.

  1. Morgenstund ist allen Lärmes Anfang.
  2. Was du jederzeit könntest besorgen, mache es am frühen Morgen.
  3. Ist mit Motor das Gerät, nutz es lieber früh als spät!
  4. Ist kein Motor in Näh, kannst klopfen du und hämmern oder doch den Mäh-
    Traktor anwerfen.
  5. Dein Lebensmotto sei: Ich mache Krach. Also bin ich. Ach.

Die Auszeichnung “summa cum laude” wird den Absolventen verliehen, die es fehlerfrei beherrschen, am lautesten unter Einsatz der meisten Gerätschaften und Maschinen die höchste Dezibelzahl zu erreichen. Einen zusätzlichen Fleißstern erhält, wem dies regelmäßig zur frühestmöglichen Morgenstunde gelingt.

Diese Woche wurden bei mir im Innenhof Bäume beschnitten. Zu diesem Behufe wurde montags unter lauten Rufen mit mehreren schweren Fahrzeugen auf der Wiese eine Art Hochfahrkran mit manngroßem Korb am Ende mit viel “Vorsicht-ich-fahr-rückwärts”-Schrillgepiepe in Position gebracht. Dann war später Vormittag und für diesen Tag die Arbeit getan. Am nächsten Tag begannen Astschneidearbeiten. Sehr früh, damit Bäume und Äste noch schlaftrunken sind und, vom Angriff mit der heulenden Motorsäge überrascht, keine Gegenwehr leisten. Das erlegte Geäst anschließend mit dem großen Rasenmähroboter mit Schaufelaufsatz unter viel Motoraufheulen zum Häcksler Modell Fargo spediert. Anschließend läuft das Teil, knirschend, scheppernd, kreischend klopfend, umstanden von fleißigen Mannen. Schulterklopfen, Freude. Man hätte eigentlich ein kleines Grillfest erwartet. Der mit dem vorsichtshalber ebenfalls mitgeführten Megalaubbläser läßt seine Maschine mitdröhnen, nicht, dass irgendein Krach nicht gemacht wird.

Am nächsten Tag dasselbe wieder. Das Investigativteam hat schon ganz kleine Augen. Am Donnerstag Regen. Und Ruhe. Freitag ist Freutag, keiner lärmt. Aber Obacht. Das Hochfahrding steht noch rum. Die sind mit ihrem Krach noch nicht durch und ich fürchte schon jetzt um meinen Morgenschlaf in der nächsten Woche.

Es stimmt schon: ich habe mir, seit ich in der Rentnerei bin, nie mehr einen Wecker gestellt. Brauch ich ja auch nicht, hab ja die Meisterschüler da unten. Hrrrgggnnn!

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