Aus der Rentnerei*

Da glaube ich nun, diese Dreckstaube von neulich (s. https://flockblog.de/?p=51417) erfolgreich vom Nisten auf meinem Balkon abgehalten zu haben und was macht dieser Mistvogel? Kommt täglich vorbei und schaut nach, ob ich’s wirklich so gemeint habe. Ich hätte ja auch keinen Umstand mit schweigend schauen, aber nein, das Vieh gurut sich in aller Vogelgotts Frühe die Lunge aus dem Schnabel und dann muss ich aufstehen und im Nachthemd mit wirren Haaren auf den Balkon hinausstolpern und in die Hände klatschen und “Gsch, gsch, gsch!” rufen. Das ist doch kein Zustand im Ruhestand! Da schläft eins aus und wird von der Welt und der ganzen Vogelschar (und ja, die schließt auch Einzeltauben ein, zefix!) so lange in Ruhe gelassen, bis man bereit ist, sich ihnen zu stellen. Manno! Mögen alle deine Eier taub sein auf immerdar, du…, du…, du Flügelratte, du!

Nein, ich nehme das nicht zum Anlaß, “mal früh aufzustehen und was Produktives zu machen”. Wie käme ich dazu? Dafür ist immer später auch noch Zeit.

Dann rolle ich mich wieder in meine für diese Jahreszeit etwas zu leichte Sommerdecke ein, schließe die Augen und der Schlaf kommt auch fast gleich wieder, war eh noch nicht weit weg. Sohoho, ein, zwei Stündchen noch… Was ist denn das nun wieder?

Präpotente Jungmänner grölen sich vor Schulanfang zusammen. Mit Schulterklopfen und Gebrüll und “Alter” und Stimmbruch in allen Tonlagen. Unten, auf der “Aktionsfläche” im Innenhof, bei der hier, anders als in Köln, noch nie jemand ein Schild anbringen mußte, dass auch andere Nutzer als die Kleinen willkommen sind. Bis die Gruppe komplett und abmarschbereit ist, dauert es fast eine halbe Stunde. Das kann und will Schlaf nicht abwarten (“Bei diesem Krach kann ich nicht arbeiten!”, Handrücken an die Stirn), sondern verzieht sich grummelnd ins Sandmannland und ich stehe dann halt doch auf und gehe ins Bad. Wird die Welt schon merken, was sie davon hat, wenn sie mich nicht ausschlafen läßt.

Hey, Welt. Ey!

* Ab sofort gibt es die Gschichterl aus dem Ruhestand unter dieser Überschrift.
Der “Rentnerinnenreport” ist in Pension entlassen worden.

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