Setzen, sechs!

Vorne stehen welche im Kostüm und sagen auswendig gelernte Texte auf. Ihnen gegenüber zahlende Zuschauer. So weit, so, ja, so was?

Es gibt nämlich in diesen eigenartigen Zeiten einen himmelweiten Unterschied, wie dergleichen behandelt wird. Einzig abhängig vom Veranstaltungsort. Oper? Theater? Kabarett? Ballett? Ih, nein, verbotten! Wg. Virus.

Kirche? Aber ja. Die darf. Bei der Ausübung von Religion steht das Grundgesetz höchstselbst für Virenschutz.

Wenn’s denn dem Schutz des Glaubens dient: ich für meinen Teil glaube weder an heilige Ein- noch Dreifaltigkeit, hingegen sehr an die karthatische Wirkung des Schauspiels und ich bin damit sicher nicht allein. Bei allem Respekt für den Lockdown light – in den entkernten Theatern wird weder hemmungslos gesoffen noch geschunkelt, sondern vielmehr sehr diszipliniert auf die Einhaltung von Hygienekonzepten geachtet.

Kultur, Kulturschaffende und ihr Publikum solchermaßen mit Füßen zu treten ist ein Armutszeugnis. Auch und gerade während einer Pandemie.

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