Auf dem Nachttisch

Wie alle Vielleser, hat sich auch Kurt Tucholsky, bei dem ich die Überschrift entliehen habe, nie mit nur einem Buch beschäftigt. Wenn es deren zuviele wurde und die Stapel zu kippen drohten, rezensierte er die aktuelle Lektüre gerne in einer Sammelkritik in einem Aufwasch weg.

Ich lese ja auch immer bunt durcheinander und habe zur Zeit unter anderem eine dicke fette Biographie Winston Churchills in der Mache. Umfaßt eine sehr lange Zeitspanne, ist rasend spannend, und manchmal geht mir der Mann, den ich an vielen Tagen sehr bewundere und von dem ich sicher bin, dass er den Löwenanteil der Verantwortung dafür trägt, dass Europas Zukunft nicht ein faschistisches Regime geworden ist… also, manchmal geht er mir trotzdem gründlich auf den Senkel und dann muss ich eins von den anderen Büchern einschieben. Habe heute aber ein Zitat wiedergelesen, das es wert ist, verbreitet zu werden.

"Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, dass es der Milchmann ist, dann weiß ich, dass ich in einer Demokratie lebe."

Möchte hinzufügen, dass zwei Mal Klingeln bedeutet, dass der Briefträger nicht nur Einlaß begehrt.

So, und ich lese jetzt einen Krimi.

Sonne und Sand, Sand und Sonne

Zwei Freundinnen facetimen in meinem U-Bahn-Vierer. Die eine hat ein neues Kleid, die andere zu bewundern. Tut sie. Mit verzückten Lauten und Tolls, Supers, Wun-der-schöns und versteigt sich schließlich zu dem Kompliment: “Damit hast du eine geile Sonnenuhrenfigur!”

Danke, Kinder. Damit habe ich Material für meinen heutigen blogpost. Ihr könnt die Telefone jetzt wegpacken und den Schnabel halten. Bitte.