In der Mediathek (zum Glück): “Anatomie eines Falls”

Als “Anatomie eines Falls” in die Kinos kam, hatte ich kurz zuvor Sandra Hüllers brillante Verkörperung der “Königin von Auschwitz” Hedwig Höss in “The Zone of Interest” (s. https://flockblog.de/?p=49136) gesehen und wollte mit ihrem nächsten Film noch ein bißchen warten. Hat sich doch ein wenig gezogen, aber jüngst in “Vaterland” (s. https://flockblog.de/?p=54125), den man auch gar nicht hoch genug loben kann, fiel mir wieder ein, dass er noch fehlt. Dank an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der dergleichen dann in seiner Mediathek vorhält.

Huiuiui!

Die Geschichte ist denkbar einfach: ein Paar lebt mit seinem erblindenden elfjährigen Sohn in einem Chalet, hoch oben in den Bergen, in einem extrem schneereichen Winter. Der Junge ist mit dem Hund draußen, und als er zurückkommt, findet er den Vater sterbend in einer Blutlache auf der vereisten Fläche vor dem Haus. Ist er aus dem Fenster im dritten Stockwerk gefallen? Gesprungen? Gestoßen worden?

Gleich der große Spoiler: es geht nicht um die Aufklärung des Falles (nebenbei: wie herrlich, dass das Wort “Fall” im Deutschen diese Ambiguität hat), sondern um die Maschinerie, die in Gang gesetzt wird und in einer sehr langen Gerichtsverhandlung mündet.

Es gibt überhaupt niemanden in dieser Produktion, den man nicht in höchsten Tönen loben muss. Buch, Regie, Schauspielerinnen und Schauspieler (und das schließt ganz ausdrücklich auch Kind (Milo Machado-Graner) und Hund (Messi, Rollenname “Snoop”) ein), Kamera, Ton, Location Scouts, Kostüm, Setgestalter und und und…). Hiermit getan.

Anschauen! Anschauen! Anschauen!