Gelesen: Luz – “Katharsis”

In diesem Buch verarbeitet Luz den Tag an dem ihm “das Zeichnen abhanden gekommen [ist]. Am selben Tag wie auch eine Handvoll teurer Freunde.”, den Tag des Anschlags auf Charlie Hebdo.

Ich habe es nicht gerne gelesen. Es fühlte sich nicht richtig an. So, als würde man die Therapiesitzung eines Menschen belauschen, von dessen Trauma man zwar weiß, den man aber gar nicht kennt.

Falls sich jemand ein eigenes Bild machen will: mein Exemplar ist zu haben.

Rechenaufgabe

Samstag, High Noon im Supermarkt. Von fünfeinhalb* Servicekassen sind zwei besetzt, bei den drei Selfservicekassen leuchtet reihum ein gelbes “Ich-habe-eine-Störung-ruft-einen-Menschen”- bzw. das rote “Ich-bin-besetzt-und-es-dauuuuert-bis-der-Barcode-sich-auf-der-Ware-manifestiert-und-jetzt-stelle-ich-mich-tot”-Licht auf.
Aufgabe 1: Berechne, wie oft ein Mensch seine Arbeit an der Servicekasse unterbrechen muss, bis a) zwei bzw. b) alle drei Selfservicekassen funktionieren?
Bonus: Gib in a) Sekunden, b) Minuten an, wie lange dieser Zustand anhält. Merke: Antworten wie “wenn die Hölle zufriert” führen zu Punktabzug.
Aufgabe 2: Wie kann Lauch (2 lumpige dünne Stangen Lauch) im Rezept für Kartoffellauchsuppe ersetzt werden?
Bonus: Muss es unbedingt Kartoffellauchsuppe sein? Hmmm?

Das kommt davon, wenn man seinen Vormittag in das Erstehen geistiger Nahrung investiert…

* Die halbe wird nur in absoluten Notlagen eingesetzt, denn sie ist verflucht und gibt meist dann ihren Geist auf, wenn ein Großeinkauf fast fertig eingetippt ist. Das so enstandene Problem kann nur gelöst werden, indem jede längst ein- und dann mühselig wieder ausgepackte Einzelposition zwengs Storno rückwärts über den Scanner geführt wird.

Wie man seinen Samstagvormittag verbringen kann

Zum Beispiel könnte man auf dem Markt leckere Dinge einkaufen gehen und dann ein schönes Frühstück zubereiten. Oder gaaaaanz lang ausschlafen. (Nicht, dass ich das nicht immer könnte, aber samstags ist besonders schön. Immer noch.) Oder früh das Auto satteln und wohin fahren, wo die Wintersonne ganz besonders schön scheint. Oder, oder, oder.

Man kann aber auch, weil der Vorverkauf für März im Resi pünktlich um 10:00 Uhr beginnt, wie ich heute, auf drei Browsern (ich kenn mich aus!) auf die von dreistellig herunterzählende Position im “Warteraum” starren und, endlich auf Platz 1 vorangekommen, viele Male erleben, dass die Eventim-Website einen zu hohen Andrang vermeldet und einen auf “Start” zurückschickt.

Aber ich habs geschafft. Zwei Superduperkarten! Ganz vorne, fast mittig und Ende März werden wir dann angesungen werden: “Willkommen! Bienvenue! Welcome!”

Wie freu ich mich!

PS: So oft, wie ich heute “Refresh” gedrückt habe, müßte die Luft in München rein sein wie nie zuvor.