Mit dem Zug zur Arbeit

War sterbenslangweilig. Alles hat geklappt.

Das kleine Katzenbiest (es ist mal wieder Donnerstag) hat heute früh schon vor der Haustür auf mich gewartet und mich über den Trampelpfad zum Bahnhof begleitet, wahrscheinlich meint sie, wir hätten heute wieder Spieleabend.

Die Bombe in Milbrae hat sich als vergessene Einkaufstasche voll Klopapier entpuppt, wurde von der San Mateo County bomb squad unter Wasser gesetzt und dann vernichtet.

http://mobile.sfist.com/2009/10/21/bomb_threat_in_millbrae.php Und endlich mal wieder ein Verschwörungstheoretiker: “Call me slightly paranoid, but the best way for terrorists to measure response times and take notes on procedure of first responders is to place dummy packages like this then stand back and watch. In the past few months “dummy” packages have been found all around the country (Boston, Providence, NYC, SF and now Millbrae). I’m beginning to think these are not coincidence. RobInSF at 3:59AM on 10/22/09″

Ja, mach nur einen Plan…

Meiner für heute Abend war ganz einfach: ich nehme den 6:11 Northbound Caltrain von der California Station in Palo Alto, steige in Redwood City um in den 6:34 (ja, umsteigen – eine direkte Verbindung gibt es nur außerhalb der Stoßzeiten, das verstehe, wer will) und komme um 07:01 in San Bruno an.

Teil 1: vorbildlich. Teil 2: perfekt (umsteigen bedeutet, dass man am selben Bahnsteig auf den etwas später eintreffenden Zug wartet). Ich krame also meine Testfragen für die Führerscheinprüfung (das ist ein anderes Kapitel, erzähle ich später) heraus und will die nächste halbe Stunde zum Lernen nützen. Der Zug verläßt gerade den 2. von insgesamt 8 anzufahrenden Bahnhöfen, das kommt eine Durchsage: Man werde am folgenden Bahnhof, in Hillsdale, anhalten. Und stehenbleiben. Auf unbestimmte Zeit, es gebe nämlich in Milbrae, in der BART-Station, eine Bombendrohung. Das ist der einzige Bahnhof auf der gesamten Strecke, den sich die beiden Bahnlinien teilen, also ist es eigentlich wurscht, wem die “bomb threat” gilt – aber normalerweise ist der CalTrain betroffen, und ich hatte den Eindruck sie sind ganz erleichtert, dass es dieses Mal die anderen sind. Hillsdale sei im übrigen ein Spitzenstop, denn dort operiere SamTrans (ein weiteres lokales Konkurrenztransportunternehmen) jede Menge Buslinien. Da keiner wisse, wie lang “the situation” dauern werde, solle man diese Option doch in Erwägung ziehen. Tue ich. Zunächst mit dem (zugegebenermaßen sehr idealistischen) Ansatz, den CalTrain-Schaffner zu fragen, ob er denn wisse, ob es einen Bus nach San Bruno gebe, und wenn ja, wo der abfahre und wann. Nein, leider, keine Ahnung. Aber ob ich wohl ein Mobiltelefon hätte?

Was dann kommt, glaubt keiner, der es nicht selbst erlebt hat: er hat mir die Nummer des SamTrans-Verkehrsauskunftssystems gegeben. Ich habe die Hotline angerufen, und nach mehrminütigem Sprachmenü und der wiederholten Versicherung, dass mein Anruf waaaahnsinnig wichtig für sie sei, einen Menschen drangehabt, der wußte, welchen Bus ich nehmen kann, wann der nächste fährt und dass die Haltestelle gegenüber vom Parkplatz des CalTrain Bahnhofs ist. Hab ich alles dem Schaffner weitererzählt, der hat es brühwarm übers Zugmikro allen Fahrgästen gesagt und mich dann gebeten, nochmal anzurufen, damit ich rauskriege, was denn ein Fahrschein bei SamTrans kostet. Klar, hatte eh nichts anderes vor: also nochmal angerufen und gefragt, ob denn auch das CalTrain Ticket gildet. Nach kurzer Beratung hat die Leitstelle von SamTrans aus Kulanz zugestimmt, haben der Schaffner und ich “highly appreciated” (wir waren inzwischen gemeinsam an meinem Telefon, denn die Zugbegleiter haben keine Möglichkeit, extern zu telefonieren, außer 911, den Notruf) und er hat es wieder allen weitererzählt. Mit einem kleinen Häuflein Wagemutiger (die meisten sind stumpf und schafsgeduldig im Zug sitzen geblieben) bin ich zur Bushaltestelle aufgebrochen und als wir da gerade so standen, fuhr der Zug laut hupend davon. Grrgghhh. Dann fuhr der nächste in den Bahnhof ein, also sind wir zurückgerannt, um zu erfahren, dass die Züge alle nur eine Station vorrutschen, aber in Wirklichkeit nicht weiterfahren. Inzwischen war der Bus weg. Grrggghhh. Bis auf eine andere Frau (Lucille, eine Jura-Studentin aus Taiwan) sind alle wieder in den Zug eingestiegen – wir beiden haben uns tapfer an das Bus-Experiment gewagt. Ich habe nochmal bei SamTrans  angerufen, um herauszufinden, wann der nächste fährt und wir hatten Glück: der nächste war der letzte aus dem 15minütigen Turnus der Tagschicht, danach nur noch in Stundenabständen. Bis zur Ankunft des Busses waren wir mit allen Durchhalteparolen (wenigstens regnet es nicht, Hauptsache, es ist nicht kalt, besser in einem lahmen Bus, als in einem stehenden Zug… und dergleichen) zwei Mal durch. Der Fahrer hat uns angestrahlt, jeder mit einem CalTrain Ticket bekomme einen “free ride”, seither geht mir “Ironic” von Alanis Morissette nicht mehr aus dem Sinn…

Wir saßen gut und los ging’s. Den Camino Real entlang. Bis  zur nächsten CalTrain Station, da wurde es voll. Sehr voll. Der Busfahrer verwies auf die Schilder, wonach man in seinem Bus nicht “crowden” soll. Kunststück – es waren schätzungsweise 20 mal mehr Menschen an Bord als sonst. Der Camino zieht sich ganz elendig, vor allem in einem vollen Bus. Ich denke nicht, dass es noch irgendetwas aus Lucilles Lebensgeschichte gibt, das ich nicht weiß, von einigen kleineren marginalen Kindheitserinnerungen abgesehen. Ganz wichtig, das hat sie mehrfach eingestreut, ich solle unbedingt heute ein Lotterielos kaufen, so viel Pech, das sei ein Zeichen.

Endlich, endlich kamen wir nach Milbrae. Und verweilten ca. 5 Minuten vor dem von Polizei und Feuerwehr umstellten menschenleeren Bahnhof. Befragt, warum wir denn nicht einfach weiterfahren, antwortete der Fahrer, dass er hier immer ein paar Minuten warte, damit die vom sowieso Zug noch mitkommen können. An sich eine nette Geste, aber heute doch auch sehr überflüssig. Und dann, San Bruno: meine Heilsarmee, mein Walgreens, mein Busstop? Ich durfte einfach auf der Strecke aussteigen, bin dann noch durch den ganzen Ort getrabt, und dann, zwei, drei Minuten von zu Hause weg (hintenrum, über den Bahnhof und den Trampelpfad) – Polizeifahrzeuge, Sirenen, reichlich Cops und Bahnsteig und Straße überquellend von Menschen, die Richtung Süden unterwegs gewesen waren. Oh, Mann, klar, die ganzen Pendler aus der City, die in San Bruno steckengeblieben sind. Einer der Polizisten schnauzt mich an, hier würden keine Züge fahren, was ich denn am Bahnhof verloren hätte. “I’m living on the other side of the tracks.” (Da wohnen, so Lyn, seit Generationen die Kinder, mit denen die anderen nicht spielen dürfen.) Kurzer abschätzender Blick, und dann die Anweisung, ich solle hurtig auf die andere Seite und dann zügig weitergehen. “Yes, officer!”, nichts anderes hatte ich vor.

Um 08:58 habe ich die Haustür aufgeschlossen. Jetzt ist es nach 10:00 und die Züge hupen wieder. Wer’s ausgesessen hat, ist bestimmt auch bald daheim.

Auto muss zur Inspektion

also habe ich mich im Internet informiert, wie’s denn gerade so um den CalTrain steht. Dafür ist hier in der Gegend Twitter eine ganz gute Quelle. Es sieht aus wie immer. Also gar nicht gut – höret hier Volkes Stimme:

> > $6 2 get from palo alto 2 sf in 245 min on caltrain. Nasty

>> 4:53p sb caltrain was stopp’d @ Main and Chestnut re: a poss. trespasser that was hit…turns out no one was hit. 45 min delay now

> > CalTrain running late again. Maybe fatality in redwood city. 277 is making 275 stops as if I know what that means.

> > Please check previous tweets before posting. We already know 277 is making 275 stops!

> > SB caltrains appear to be moving again

> >  Is the train Catholic? RT NB275 ‘annulled’ per announcement. T17:41 “annulled” wha? curse of the caltrain

Und dann der konstruktivste Vorschlag von allen:

> > Hey! You think they could just designate one caltrain a day for track jumpers? Like have a dozen people all lined up?

Germany: 12 points – United States: ZERO

Empirisch zu belegen an der Wirksamkeit der Ameisenköder. Meine Versuchsreihe auf der Wohnzimmerfensterbank: links eine deutsche, rechts eine amerikanische Falle aufgestellt. Nach 10 Minuten war die deutsche schwarz von Ameisen (ein Gewusele sondergleichen), vor der amerikanischen saßen ein paar wenige Ants und haben sich die Bäuche vor lauter Lachen gehalten.

Nach 24 Stunden: links ein Leichenberg, rechts immer noch ein paar sehr agile, höchst amüsierte Tierchen. Rechte Falle gegen eine deutsche ausgetauscht. Nach 48 Stunden: alle tot.

Flora & Fauna

Seit dem Regen Anfang dieser Woche sprießen in meinem Vorgarten Schwammerl (als ich mir die heute näher ansah, kam Nachbarin Lyn gleich dazu und hat vor dem Verzehr gewarnt…) und gerade kam ein winziger grüner Frosch durchs Wohnzimmer gehüpft.

Ich habe ihn raus zu den Pilzen getragen, bin aber jetzt im Zweifel, ob das richtig war. Frösche soll frau doch küssen, oder?

lebenslänglich

Auf der Verpackung des Stahlmessers, das ich heute kaufte, steht, dass die Sheffield-Werke weltweit stolz sind, mir auf dieses Messer a life-long warranty zu gewähren. Auf dem Zettelchen innen ist zu lesen, dass die Garantie “lasts for one year after purchase”, weswegen man den Kassenzettel aufheben solle.

Seitdem frage ich mich: hat Stahl in Messerform halt mal nur eine Lebensdauer von einem Jahr oder wissen die Sheffield Werke irgendwas über mein zukünftiges Schicksal? Beides stimmt nicht wirklich zuversichtlich.

Neuer Trend, ganz frisch aus Kalifornien: “Tribalism”

Habe ich heute früh im Radio gelernt: “Humans are social animals, and ill-equipped to live on their own.” Und deswegen solle man sich auf die ethnosozialen Strukturen der alten (Indianer) Stämme besinnen, und zukünftig auf neuen Pfaden wandeln. Mit dem Ziel “to connect with your inner primitive self”.

Ich bin nicht sicher, ob ich wirklich im Umfeld von Rednecks leben möchte, die jetzt sooo dick mit ihrem inneren primitiven Selbst sind. Mir reicht die aktuelle Außenansicht.

Wochenendpläne?

Hier ein Auszug aus San Franciscos Veranstaltungskalender….

Freaktoberfest: Burlesque & Beer Party | Mission Dist.

This is not an Oktoberfest…This is “Freaktoberfest.” Shmaltz Brewing Company is releasing a bewitching offering of the season: Coney Island Freaktoberfest – Brewed with 6 malts, 6 hops, and 6.66% alc., this blood-red lager is artfully crafted to lure the spirit’s deepest rapture. Celebrate the release of this delicious brew on October 17th at Benders with Hubba Hubba Revue, San Francisco’s biggest, wildest, and most elaborate burlesque & variety show. A mix of irreverent comedy, classic striptease and variety acts, the Hubba Hubba Revue is a fast-paced explosion of entertainment.

Erotic Writing Workshop at Good Vibrations | SF

Ever wanted to try your hand at writing erotica and found yourself stuck? Want to connect with other local lustful scribes? Then catch this workshop designed to spark your creative (and other!) energies and tap into new writing realms. A widely-anthologized erotica writer, Jen Cross has also been facilitating erotic writing workshops for 6 years – let her introduce you to some new enticements for getting those hot stories out! This is a space for folks of all genders and orientations, open to folks of all writing abilities! Just bring your favorite notebook, writing implement and most open mind.

Star Wars “Clone Wars” Takeover | SF

Cartoon Network, Comcast and Parkmerced are collaborating on a Star Wars Clone Wars takeover. Stop by to meet our life-size Clone Wars Troopers and take pictures in front of a green-screen. First 500 to arrive get free prints of their pictures. There is also a raffle for Clone Wars giveaways and the first 50 people to sign up for the Costume Contest win free lightsabers.

The Big Rumble: Earthquake Preparedness Fair

Four San Francisco neighborhood communities in partnership with City departments and the San Francisco Department of Emergency Management will set up neighborhood fairs with a preparedness theme.  Quake cottage; Fire Department equipment on display; The Rumble Preparedness Map; activities; giveaways; preparedness supply vendors; Red Cross; The San Francisco Department of Public Health and other City departments will be on hand to pass out information and answer any questions.  Information will be available on H1N1 as well.

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Ich bin noch vollkommen unschlüssig – aber ein Lichtschwert wollte ich immer schon haben: vielleicht finde ich damit endlich raus, wer Lukes Vater ist. http://www.youtube.com/watch?v=rZddPasDsWQ Oder doch im “Good Vibrations” vorbeischauen? Hmmm….

Das kleine Biest

Donnerstag. Mülltonnenrausstelltag. Ich fahre in die Einfahrt, das kleine Katzenbiest saust herbei und plaziert sich betont unauffällig unter dem vor dem Haus parkenden Pick-up-Truck. Ich spreche eine ernsthafte Ermahnung aus, die mit einem “bleib bloß, wo du bist, du Mistvieh” endet. Dann öffne ich die Garagentür von innen, schiebe die erste Tonne Richtung Gehweg – und wusch, schon flitzt das Miststück an mir vorbei, mit einem “Ätsch-da-bin-ich-wieder-Grinsen” im Gesicht und will spielen.

Das einzige Spiel, das ich mit ihr spiele, ist die anderen beiden Tonnen noch rauszustellen und sie dann aus der Garage zu scheuchen – die Küchentür, die ins Haus führt, hatte ich dieses Mal wohlweislich verrammelt. Habe ich auch zum ersten Mal gesehen, eine Katze, die mit hängenden Schultern und einem “pphhhh” auf den Lippen ‘rausschleicht.