Von einem der Schleusen-auf-Schauer gestern bis auf die Knochen naß, die Sicht durch die verregnete Brille sehr begrenzt, fordert mich eine Dame (sag ich jetzt so, weil ich die noch nicht besser kenne) auf, mich hier in diesem Kabäuschen “obenrum frei” zu machen, die Schuhe könne ich anbehalten. Anschließend hat diese Person (jetzt kommen wir der Sache schon näher) nichts besseres zu tun, als mit Gummihandschuhen auf der klammen Haut meine Brüste (aaauuuaaah!) herumzuzerren und zu ziehen, zu drücken, zu zwicken und zu pressen (“Schieben Sie die Warze weg da!”) bis erst die rechte, dann die linke der Form einer Maschine anpasst ist und Bilder gemacht werden können.
Ja, ich war ein-, nein, dem Ton des Schreibens nach eher vorgeladen zum “Mammographie-Screening Bayern”, ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren. Das ist an sich eine gute Sache. Die Untersuchung ist jedoch sehr grob und erstaunlich schmerzhaft. Nein, das sage nicht nur ich. Alle Frauen im Wartebereich sind sich sicher und bestätigen einander das auch gut vernehmbar, dass, handelte es sich um ein an Männern vorgenommenes Prozedere, längst, lähängst eine weniger schmerzvolle und entwürdigende Version erfunden worden wäre.
Die gibt es jetzt schon, wie mir eine steckt: die Untersuchung könnte von erfahrenen Diagnostikern auch per Ultraschall durchgeführt werden. Tut kein bißchen weh, ist aber dafür eine nicht von der Krankenkasse übernommene “Individuelle Gesundheitsleistungen” (IGeL).
Hrrgggn.