Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal oder ob überhaupt schon je über das Wort “lustwandeln” nachgedacht habe. Aber man kann das, was diese fliegenden Ratten in Grüppchen (Banden?) zu zweien und dreien bei mir auf dem Balkon machen, gar nicht anders nennen. Auf und ab, ab und auf, dabei halblaut (wahrscheinlich konspirativ) guruh-guruhend, wieder ab, wieder auf, die dicken Bäuche vorgestreckt wie alte Biertrinker und wenn ich dann mit wutblitzenden Augen und gezücktem Wedelhandtuch nach draußen stürme mir – allerhöchstens – einen un-glaub-lich gelangweilten Blick zuwerfen, um dann wieder ab und auf zu schreiten. In aller Taubenseelenruhe.
Auffliegen tut dieses Pack nur noch, wenn ich mal eine mit einem Handtuchzipfel erwische. Und dann auch nur der eine Einzelvogel. Um dann auf der anderen Seite der Balkonbrüstung (ich seh sie nicht, also sieht sie mich nicht) zu warten, bis ich wieder weg bin und unten durch geduckt zu den Kumpels zurück zu gehen (!!) und sich halblaut über mein unverschämtes Verhalten zu beschweren. Guruh.
Wo sind eigentlich diese halbverfallenen Gartenschuppen mit den rostigen E-605-Kanistern geblieben? Gabs doch früher in jedem Krimi. Zefix!