Furchtbar gut gemeint

Als ich am Montagabend in den Kammerspielen gerade mal die ersten sechs Zeilen des ersten Absatzes des Programmheftes gelesen hatte, wäre ich am liebsten sofort schreiend rausgerannt. Warum? Weil da steht (ich zitiere verkürzt, aber korrekt): “… Auerbach? … [war] unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg einer der bekanntesten Juden*Jüdinnen in Deutschland.”

Wie bitte?

Man verstehe mich nicht miß: ich halte Gendern für wichtig. Wenn sinnvoll. Und selbst dann in Maßen. Für mich und mein Schreiben habe ich, nach einigen Experimenten mit Sternchen und Doppelpunkten entschieden, dass ich genug Zeit habe, um “Damen und Herren” zu schreiben und wenn doch mal nicht, das grammatikalisch korrekte generische Maskulinum zu verwenden, ohne dabei auch nur einen Menschen zu diskriminieren, der nicht männlichen Geschlechts ist.

So interessant und lehrreich dieser Theaterabend war, der ständige Glottisschlag (das ist diese stumme Kunstpause vor dem weiblichen Zusatz “Lehrer-mhh-innen”) ging mir zunehmend auf die Nerven. Quasi ein ständiger gesprochener Zeigefinger.

Wißt ihr was, ihr politisch Überkorrekten? Ich erhöhe um einen Mittelfinger! So!

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