Gelesen: Barbara Yelin, Miriam Libicki und Gilad Seliktar – “Aber ich lebe”

Zwei graphische Künstlerinnen und ein Künstler illustrieren die Überlebensgeschichten vierer Kinder in der NS-Zeit.

Die hochverehrte Barbara Yelin, die ich jüngst schon für ihr Buch über Therese Giehse über den grünen Klee gelobt hatte (s. https://flockblog.de/?p=52365), erzählt von Emmie Arbel, die als Vierjährige mit Mutter und Geschwistern nach Ravensbrück kommt (der Vater wird gleich von der Familie getrennt und in Auschwitz ermordet) und sich dann über Bergen Belsen alleine durchschlagen muss. Miriam Libickis benutzt für ihr Thema, den Genozid in Transnistrien und wie der junge David Schaffer als einziger aus seiner Familie überlebt, wieder eine vollkommen andere Bildsprache. Gilad Seliktar schließlich verwendet in großen Panels als Farben nur noch mattes Gelb, Schwarz und viele Grauschattierungen, um von den dreizehn Verstecken der Brüder Nico und Rolf Kamp zu berichten.

Im äußerst lesenswerten Anhang finden wir eine Art “Making of” mit dem Titel “Hinter den Kulissen”, in dem die Künstler*innen uns, natürlich in gezeichneter Form, an ihrer Zusammenarbeit, den Freuden und den Schmerzen ihrer Auseinandersetzung mit dem Sujet teilhaben lassen. Außerdem sprechen die Überlebenden selbst.

Es ist dies keine leichte Kost, aber unbedingt lesenswert. Mein Exemplar kann ausgeliehen werden.

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