Wer es je erlebt hat, weiß, dass Lebensmittelmotten eine echte Plage sind und saumäßig (mottenmäßig?) hartnäckig. Ich weiß gar nicht, was ich schon alles getan habe, um die inzwischen umpfzigste Generation der vor Jahr und Tag mit einem Superbiomüsli heimgeschleppten Ahnen loszuwerden. Hat auf jeden Fall nicht geholfen. Bisher.
Eins meiner Ich-bin-jetzt-Renterin-und-habe-Zeit-für-sowas-Projekte war, dem Küchenschrank, in dem Essige, Öle, Gewürze und dergleichen wohnen, mit Wasser, Essig und Seife auf die Regalbretter zu rücken und jedes einzelne Glas, jede einzelne Packung, kurz, alles, was sich in diesem Schrank aufhält, in die Hand zu nehmen und auf Befall zu prüfen. Stellt sich raus: “meine” Motten, vielmehr ihre Larven, sind Gourmets. Ihre Leidenschaft gilt neben dem üblichen Körnerzeugs und Pulvern vor allem asiatische Gewürzmischungen, ganz speziell indischen. Überall krümelige Hinterlassenschaften oder sogar lebhaft-begeistertes Gewusel. Ui Garam Masala! Ui gelbes Currypulver. Ui!
Ausgeräumt. Weggeworfen. Ausgewischt. Saubere Tücher ausgelegt, frische Mottenfallen aufgehängt. Drei Mal mit Müllsäcken im Keller gewesen. Das Viehzeug darf mit seinem Lieblingsessen nach Großlappen reisen und dort der Reproduktion nachkommen. Oder sonstigen Hobbies. Petit Point-Stickerei, zum Beispiel.
Hauptsache, sie lassen mich in Ruhe.