Sondervermögen

Der flockblog’sche Haushalt hat ein Sondervermögen “Flugabwehr” errichtet und in die Verteidigung der Süd/Ost- sowie der Süd/West-Flanke der Außenanlagen investiert.

Heute morgen um kurz nach sechs ist es soweit:

Der erste Taubenunverschämtling landet auf dem Balkongeländer an und guruh-guruht seine Kumpane herbei. Ich bin quasi sofort hellwach, muss nur noch mit der einen Hand die Brille aufsetzen, mit der anderen die geladene Waffe schnappen (nein, nicht unterm Kopfkissen, aber auf der Fensterbank, nah dabei), leise leise im Rahmen der Balkontür Stellung nehmen, zielen uhund – Volltreffer! Das, um den großen Reinhard Mey zu zitieren, “das war, bei Hubertus, ein prächtiger Blattschuss!” (Fragt Oma.)

Die beiden, die 20 Minuten später auf der Südwestseite krakeelen, erwische ich nicht ganz so gut, aber naß geworden sind sie auch. Hah! Langsam wird mir klar, wie befriedigend diese Ego-Shooter-Games sein müssen…

Ich schlafe dann noch mal ein bißchen. In aller Ruhe. Hah!

Man muss das verstehen, das Balkongeländer ist keine zwei Meter Luftlinie von meinem Kopfkissen entfernt und mein Haß auf diese Drecksviecher inzwischen lange und gut gewachsen. Was werden die erst schauen, wenn ich dem Wasser noch ein paar Tropfen Pfefferminzöl beimische…

Auch in der ORF-Mediathek: “Vorstadtweiber”

Von einer gewöhnlich gut unterrichteten Quelle erfahre ich, dass “der Uli Brée (Co-Drehbuchautor von “Vier Frauen und ein Todesfall”) das Buch zu “Vorstadtweiber” geschrieben” habe und die Quelle die Verfilmung ganz lustig findet. In der Ösi-Mediathek sind die ersten fünf Folgen verfügbar, und wo grad nicht mehr mehr Folgen von den Vieren zu haben sind, dann schau ma doch amoi.

Brée ist vom Dorf in die Stadt, vielmehr in deren schlimmste Variante, die Vorstadt gegangen und wir lernen nicht mehr nur vier, sondern fünf Frauen kennen (Inflation läßt halt keinen aus), deren Aufgabe Luxus ist (man denke Ken: “I do beach”), Shoppen, Friseur, Zumba sowie Intrige, Klatsch und Ehebruch. Gut geschrieben, gut besetzt (Simon Schwarz spielt einen ganz herrlichen Arschlochgatten), gut gespielt – ganz lustig. Kann ich bestätigen.

Darüber hinaus fällt auf, nicht zuletzt durch die zeitliche Nähe, in der ich die Serien angeschaut habe und ein trotz Hitze noch halbwegs funktionierendes Kurzzeitgedächtnis, dass Herr Brée ein ausgesprochen talentierter Wiederverwerter seiner Scherze und Gags ist. Falls er mal eine Karriere auf einem Recyclinghof anstreben sollte, hat er gute Chancen. Ist nicht schlimm, denn sie funktionieren ja hier wie dort, sollte man aber wissen, wenn man sich auf das Double Feature einläßt.

Kann man anschauen.