Kamele

…bietet man mir hier keine mehr. Die Zeit ist wohl endgültig vorbei. Oh, well. Dafür hat mir Jung-Hafed gerade offeriert, bei seiner Maman nachzufragen, ob sie sich eventuell mit seinem Zwillingsbruder zufrieden geben würde. Dann wäre er frei und ich könnte seine neue Mama werden.

Alternativ würde er mich jetzt gerne zum Tanzen auffordern.

Weilst mei Freund bist

Wenn sich Wassergymnastikstunde und ich zur selben Zeit im Weicheipool aufhalten, mach ich immer mit und denke an meine Dicken Damen aus Kalifornien. Eigentlich müsste man sich hier via App förmlich anmelden, will ich aber nicht, brauche in den Ferien keinen Stundenplan. Außerdem habe ich einen Dispens von der Vorturnerin: “Come anytime. You’re my friend now.”

D’Leit, Fortsetzung

  • Influencers sind unglücklich. Wind und Wolken machen ihre perfekte Urlaubsstory kaputt. Sie werden sich beschweren. Aber sowas von. Sobald die Lippen nachgezogen und die Frisur festgesprüht ist
  • “Was soll ich mir ein T-Shirt mit “Djerba” drauf kaufen? Bin ja morgen schon nicht mehr da.” Ist das jetzt extra blõd oder besonders gescheit?
  • Wenn man den ganzen Tag Leute anschaut, bleibt es nicht aus, dass einem die eine oder der andere bekannt vorkommen. Bloß woher? Hab den ganzen Tag gegrübelt, aber eben ging mir ein Licht auf: die Dame im roten Bikini? Ganz eindeutig: Gutemiene. Knubbelnäsige Häuptlingsfrau auf Urlaub
  • Heinz. Der Typ ist ein Heinz. Comicmäßig dünne Steckerlbeine in Skinny Jeans, riesige Gürtelschnallen. Darüber ein unverhältnismäßig breit aufgepumpter Oberkörper in zu engen T-Shirts in Rennwagenrot oder -gelb oder in seiner Lieblingsfarbe Ludenlila, so gockelt der hier durch die Gegend. Ein Heinz halt
  • Im Whirlpool: Sie: “Man soll ja nicht so lange hier drin bleiben.” Er, ein Mann, also klug: “Ja, das stimmt. Höchstens 20 Minuten. Außer Freitag. Freitag geht länger.” Sie: glaubt den Quatsch. Man sollte den Umgang mit ironieresistenten Menschen meiden. Auch im Ausland
  • Dann ist da noch der unangenehm hyperaktive Kerl, ständig laut prustend und spritzend rein und raus aus dem Becken, gelegentlich einen ordentlichen Brocken Schleim in den Überlauf abhustend, mit dem Fuß auf dem Beckenrand wie auf dem Hals einer just erlegten Großkatze
  • Hier käme keiner auf die Idee, Handys in Badebereich zu verbieten. Und so kann die Dame nebenan, die großen Brüste in das Bikinioberteil der vorpubertären Schwester gepresst, die Selfies für die Bewerbung an der Ammenakademie quasi direkt aus der Hüfte schießen. Ich für meinen Teil hab plötzlich unbändige Lust auf Milchkaffee
  • Leslie Nielsens Haare sind auch hier. Vermutlich frisch geklõppelt aus Istanbul

One and only

Eine! Eine einzige von Hunderten von Liegen ist morgens um kurz vor neun noch nicht deutlich zum Claim erklärt, vorzugsweise mit farbenfrohen Handtuchklammern (gabs die mal günstig bei Tchibo oder dessen französischen Pendant?).

Andererseits, sag ich mir, gelassen wie ich bin: was brauch ich mehr?