Als ich letzten Sommer eine Bekannte bei ihren Recherchen im Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau begleitet hatte, bin ich mit einer der Archivarinnen ins Gespräch gekommen. Wir diskutierten die Vermittlung von Geschichte über das Medium Graphic Novel an die Nachgeborenen im Allgemeinen und Überlebenden-Geschichte im Besonderen und welche Bahn Art Spiegelman mit “Maus” gebrochen hat. Sie hat mir die (damals noch) schmale Sammlung des Archivs gezeigt und ich hatte ihr anschließend eine Liste mit meinen Empfehlungen geschickt.
Sie scheint ihnen gefolgt zu sein, irgendwann habe ich ein Foto bekommen, dass die nunmehr wesentlich umfangreichere Graphic-Novel-Kollektion des Dachauer Archivs zeigt. Dieser Tage nun hat sie mir ein Buch zukommen lassen, in dem im Panorama-Format (sehr grausig und wirksam bei Darstellungen von Appellplatz oder Stockbett-an-Stockbett-Bildern in den Baracken oder dem Lagereingangstor “Arbeit macht frei” in aller Breite) die Aufzeichnungen, die Edgar Kupfer-Koberwitz in seiner fünfjährigen Gefangenschaft in Dachau heimlich angefertigt hatte, in Bilder übersetzt sind. Ist sehr gut gemacht und darum schwer anzuschauen, dürfte aber gerade bei jungen Menschen einen sehr nachhaltigen Eindruck machen.
Dieses Projekt wurde von der Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit den Agenturen Goldener Westen und Navos und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit realisiert und kann dort für kleines Geld bestellt werden, mehr hier: https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/die-graphic-novel-ein-ueberleben-lang/
Mein Exemplar kann ausgeliehen werden.