“Furlough”

wird von Leo als erste Nennung mit “Fronturlaub” übersetzt und bedeutet aktuell, dass die ersten von Schwarzeneggers California-Budget-Savings-Aktionen umgesetzt werden.

San Brunos Stadtangestellte haben sich nolens volens mit einem “six-day unpaid furlough” einverstanden erklärt. Das bedeutet, sie müssen am “Furlough Day” (“the second Friday of every other month through June 2010”) unbezahlt der Arbeit fernbleiben. Das Rathaus wird komplett geschlossen bleiben, ebenso die Stadtbücherei und alle Senioreneinrichtungen.

Mitarbeiter der “Essential Works”, d. h. Feuerwehr, Polizei und Kabelfernsehen (in San Bruno eine kommunale Dienstleistung) sind im Dienst, bekommen aber kein Geld.

Hair-do

Inzwischen bin ich doch schon ein Weilchen hier. Heute früh habe ich das mal wieder gespürt, als ich Ann’s Hair und Beauty Salon betrat und Madame, ohne nach meinem Begehr zu fragen, mitteilte, dass ihre Schwester in 10 Minuten für mich Zeit haben werde.

Lynn hat mich wie eine verlorene Tochter mit überschwenglich vielen “Honeys” hier und “Hons” da (noch kürzer ist im amerikanischen die noch liebevollere Form) willkommen geheißen, ihrer anderen Kundin im Rekordtempo die Dauerwellen aufgedreht und dann mich zum Haare waschen gebettet. Dabei massiert sie mir immer Kopf und Gesicht und ich schlafe vor lauter Wohlgefühl ein. (Sie nimmt das als Kompliment und es tue ihr so leid, wenn sie mich wecken müsse…)

Anschließend, beim Haareschneiden, sprechen wir immer übers Essen. (Deswegen weiß ich auch nie vorher, welchen Haarschnitt ich bekomme – Futter geht vor…) Lynn erzählt mir jedes Mal, dass sie sich so gerne an den  Besuch der großen Pagode in München erinnere, wo man ungelenk geformte Salzkringel und eine Art gebackenen Fleischbrei in Scheiben mit gelber Soße serviert habe. “Sooooo goooooood!” Ich schwärme dann im Gegenzug von der wundervollen Pho, die ich überall in Vietnam in den Suppenküchen bekommen habe und wir lachen uns dann regelmäßig kringelig, wenn ich ihr “Schweinegekrösesuppe mit Kräutern der Saison” auf vietnamesisch nachspreche und sie “Brezn und Leberkas” radebrecht.

Sie kocht immer mal wieder riesige Kübel Pho für die ganze Familie und ich bin zum nächsten Schlemmermahl eingeladen. Das wird bestimmt interessant.

Als Gastgeschenk dachte ich an ein Glas Marmelade.

Moment mal! So nicht

… hatte ich mir Kalifornien  vorgestellt: Mit Temperatursturz um viele Grad (von über 80 auf grade mal noch knappe 60 – das wirkt in Fahrenheit einfach noch viel schlimmer… ) und Nebel und mülltonnenverblasendem Wind und sich gerne des Abends in geschlossenen Räumen aufhaltend, Heißgetränk und Kuscheldecke griffbereit.

Das vertagen wir doch bitte auf frühestens Januar 2018.

Genauso

… hatte ich mir Kalifornien vorgestellt: ein heißer Sommertag, endlich Feierabend und dann spontan auf dem Heimweg beschließen, dass man doch im Garten grillen könnte. Flugs beim Mexikaner Steaks und Maiskolben besorgt, aufs Feuer damit, Nachbars beschallen das Festmahl mit Corazon-y-Motorsägen-Gedudel und ich friere noch nicht mal nach Sonnenuntergang.

Da Capo.

PS: Cal Shakes führt im September den Sommernachtstraum auf und ich habe heute Karten für die Generalprobe ergattert. Und freue mich jetzt schon drauf.

Monday

Robert taucht laut singend Krystie’s Kaffeestube auf und räsonniert öffentlich:  “Y’know what, man? This is going to be a good day! – We all made it here, no one lost over the weekend.”

Shoppen bis der Arzt kommt

Am hellen Samstagvormittag  ist die Vierergruppe “Willige Konsumenten” (bestehend aus Ronja, ihrer Roommate Liz, Toni und mir) gen Gilroy aufgebrochen und wir hatten eine Mission. “Stimulus”. Da die Regierungsmaßnahmen zur Belebung der Wirtschaft und Sicherung der Arbeitsplätze (vor allem im Einzelhandel) so schnell nicht greifen, haben wir uns vollkommen selbstlos und auf eigene Kosten eingeschaltet.

Spätnachts konnten wir, nicht ohne Stolz, vermelden: “Mission accomplished!” (Zum Glück besitzen wir einen Kombi mit viel Stauraum…)

Den Sonntag haben wir mit Faulenzen, in der Sonne lesen und dem Waschen neuer Klamotten verbracht. Nachmittags gings dann zum Einkaufen (d.i. “grocery shopping”) und nochmal ein bißchen Nach-Shoppen (Motto: Jeden Tag eine gute Tat).  JFK wäre stolz auf uns gewesen: http://www.redbubble.com/people/shaneran/art/2817348-8-dont-ask-what-your-country-can-do-for-you

Ronja hat im übrigen recherchiert, dass es in der nahen Umgebung noch zwei, drei gut sortierte Outlet-Malls gibt, davon eine mit einer Abercrombie & Fitch Filiale. Guter Mensch, der sie ist, würde sie mich (und das Auto) auch dahin mitnehmen, obwohl sie schon weiß, mit welcher Kombination aus Bus und Bahn die Anfahrt zu bewältigen ist.  Schau ma moi. Jetzt steht erst mal wieder Uni und eine Arbeitswoche an; ich gehe aber fast sicher davon aus, dass wir nächstes Wochenende wieder nix mehr anzuziehen haben werden und die Mission für unser Gastland fortführen.

Best of Blondie (sequel)

“Ich trinke ja eh nur Wasser. Da kann ich mich gleich abschminken…”

Es gebe zwischen diesen beiden Sätzen einen logischen Zusammenhang. Sagt sie.

ODPs United

Wer mich kennt, kann sich sicher meine große Freude vorstellen, als mit der Beschreibung “sie hat das Orientierungsvermögen eines Apfels” jemand ganz anderer gemeint war.