Neu auf Netflix: “Avatar – The Last Airbender”

Als großer Fan der Zeichentrickserie und der Comics hatte ich von diesem nunmehr zweiten Anlauf einer Verfilmung mit echten Menschen an sich nichts erwartet. Bin angenehm überrascht worden, denn sie ist nicht schlimm, sondern ganz gut auszuhalten. Die jungen Helden sind allesamt sehr kindlich und pausbäckig, die Martial Arts Choreographien wirklich gelungen, die Fauna (sechsbeinige Flugbisons, ein geflügelter Lemur, Dachsmaulwürfe etc. pp) ist dank CGI super, Onkel Iro sieht sich sehr ähnlich, der Kohlhändler ist weiter zuständig für comic relief und man hat darauf geachtet, dem greisen König Bumi dicke puschelige Achselhaartoupets anzumessen – doch, das geht alles. Es gibt ein paar Löcher in der Geschichte, mal schauen, ob die noch gefüllt werden oder ob die ganze Story in eine andere Richtung weitergeht.

Genau, “mal schauen”. Ich werde mir auch die 2. Staffel ansehen. Das ist doch schon mal was.

Gelesen: Pierre Lemaitre – „Wir sehen uns dort oben“

Mit den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts und ihren Ursachen und Wirkungen in Deutschland beschäftige ich mich seit meiner Schulzeit. Was der “Great War” und sein Nachfolger in Großbritannien angerichtet hat, war Gegenstand vieler Lektüren in den letzten Jahren – wer aufholen will, dem seien Pater Barkers “Regeneration-” und “Life Class”-Trilogien ans Herz gelegt.

Nun bin ich in Frankreich angekommen. Lemaitre erzählt in seinem Buch von den letzten Tagen in den Gräben des 1. Weltkriegs und vor allem von der Nachkriegszeit, in der die physisch und psychisch versehrten Überlebenden nicht etwa in eine Normalität zurückkehren, sondern von den Herrschenden ein zweites und drittes Mal im Stich gelassen werden und ohnmächtig zusehen müssen, wie altes und neues Fett weiter und wieder oben schwimmt und mit dem Leid der Familien der Gefallenen und Verwundeten richtig dicke Gewinne macht.

Keine leichte Kost. Aber unbedingt lesenswert!

Danke, Leser E. aus M.

Da kommt der Mann aus dem Urlaub zurück und noch vor dem Koffer auspacken und Kühlschrank füllen fragt er nach, ob es mir denn wohl gut gehe. Wo mein letzter blogpost doch “schon so lange her ist”.

Das ist a) sehr rührend und b) dem Umstand geschuldet, dass ich wieder eine Woche auf Montage im Hunsrück war und jetzt zuallererst einmal Schlaf nachholen muss. Dringend. Aber dann schreibe ich auch wieder. Versprochen.

In Rauch aufgelöst

Okay. Seit heute also ist Kiffen, wenn auch unter komplizierten Auflagen, erlaubt.

Oder um es mit anderen Worten und nicht weniger kompliziert zu sagen, eine langanhaltende Wirklichkeit hat nun endlich offiziell Anerkennung als Realität gefunden. Schwurbel.

Nachtkritik – Vorhin im Residenztheater: “Agamemnon”

Das ist jetzt nach “Elektra” und den “Räubern” meine dritte Rasche-Inszenierung und ich bin noch ganz erfüllt und erschlagen von der Mensch-Maschine, die er da wieder geschaffen hat. Vier Musiker*innen geben auf monströsen Schlagwerken zentral mittig auf der Drehbühne auf einem dauerhaft rotierenden Steg den Rhythmus der Tragödie vor. Die Schauspieler*innen stampfen dazu mit. Als Chöre, Tänzer, Solisten. Die zentrale Botschaft ist und bleibt, dass Krieg Scheiße ist und alle daran Beteiligten Verlierer.

Man gehe hin, gehe unbedingt hin und sehe sich das an und frage sich zum wiederholten Mal, warum Kirchen und Fußballstadien in der Pandemie mit aller Macht zugänglich geblieben sind und Theater nicht.

Gelesen: Jan Weiler – „Der Markisenmann“

Hab ich geliehen bekommen, weil es “so ein nettes Buch ist”. Stimmt. Selten so nett gelesen vom Erwachsenwerden, deutsch-deutscher Geschichte, einem Jahrhundertsommer im Ruhrpott und seinen Originalen – und über all dem schwebt liebevoll und wohlwollend der Geist von “Tschick”.

Das muss man, wie die anderen Werke Weilers auch, nicht gelesen haben. Aber wenn’s mal leichter sein darf und dennoch nicht doof, dann ist man hier richtig.

Keine gute Tat bleibt ungesühnt

Jüngst habe ich ein paar Kollegen bei Verhandlungen mit einem einen besonders eigenartigem Akzent sprechenden Gegenüber in den Staaten ausgeholfen. Er und ich haben uns vor dem staunenden Publikum hitzige Händel und Handel geliefert, dann haben wir beide ein paar Konzessionen gemacht und zum Schluß stand eine Vereinbarung, mit der beide Seiten glücklich und zufrieden waren. Win:Win, wie man das unter uns Denglish-sprechenden Menschen nennt.

Was war ich jüngst baß erstaunt, als mir ein in die USA entsandter Kollege, der als erster mit eben diesem amerikanischen Partner unter diesem Vertrag arbeitete, ein Geschenk mitbrachte. Ein Buch gleich gar. Huiui.

Dieses.

Mein neuer Buddy war nämlich im Irak-Krieg als Scharfschütze tätig und hat dann zu Jesus Christus als seinem Herrn und Retter für sein Leben danach gefunden. Was gut, dass ich damals weder das eine noch das andere wußte…

Mir hat er in seiner Widmung zwei Bibelzitate mit auf den Weg gegeben. Ordentlich durchnummeriert:

  1. Tim 6:12: “Fight the good fight of the faith. Take hold of the eternal life to which you were called when you made your good confession in the presence of many witnesses.”
  2. Tim 4:7: “Have nothing to do with godless myths and old wives’ tales; rather, train yourself to be godly.”

Und vor dem “Thank you!” und seiner Unterschrift noch einmal betont: “Keep The Good Fight!”

Ich schließe daraus jetzt mal, dass ihm die Schacherei mindestens ebenso viel Spaß gemacht hat wie mir. Amen, Habibi!

Fehlzündungen

Ich hätte es ja nicht geglaubt, dass nach der “Wollmüllsau” neulich noch was kommen könnte.

Geht aber. Heute hat die eierlegende Vollmilchsau das Licht der Welt erblickt.