Vorhin, beim Optiker

Mutter und ca. zehnjähriger Sohn suchen eine neue Brille für den Knaben aus. Der scheint, wenn auch unbewußt, eine Neigung zu großen Namen zu haben, die Auswahl wird aber von der Frau Mama abschlägig beschieden: “Nein, eine Brille von dem Hugo nehmen wir nicht.” Warum? “Die zerkratzen viel zu leicht.” Ich kann ein halblautes Kichern nicht unterdrücken, und weil Muttern gar so intensiv zu mir herguckt, stimme ich zu, dass ich das auch gehört hätte und die gerade beim Sport leicht kaputtgehen (der Bub trägt ein Messi-Trikot).

Weil’s eh schon wurscht ist, und der Ladenschwengel mit meiner neuen Lesebrille immer noch nicht aufgetaucht ist, deute ich dann noch auf den Ständer mit den kostenlosen Fassungen, wo ich meine neue auch gefunden habe und fasele was von deren Stabilität. Das bringt mir bei Mutti Brownie-Points (fragt Oma aus Amerika) und dürfte der Haushaltkasse ein allzugroßes Loch ersparen (die Gläser kosten ja trotzdem).

Ich finde, das reicht als gutes Werk für heute und gehe, wie einst Palmström, glückverklärt nach Hause. Mit meiner neuen Lesebrille, an der wieder drei Optiker unglücklich wurden (“Nein, nein, die Fassung für umme reicht völlig und die billigsten Gläser auch. Hauptsache, richtig gemessen und korrekt geschliffen.”). Hmmm. Beeinträchtigen drei traurige Verkaufspersonen möglicherweise den Effekt der guten Tat?

Nö.

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