Neu zum Strömen: “Scarpetta”

Das Drehbuch zur Serie basiert auf der schon seit immer oder mindestens den späten Achtzigern erscheinenden Krimiserie von Patricia Cornwell, deren Hauptfigur die gutaussehende perfektionistische Workaholikerin, Blondine und Pathologin Kay Scarpetta ist. In der Serie ist sie besetzt mit Nicole Kidman und Jamie Lee Curtis spielt ihre schrille Schwester. Könnte also gut werden.

Nein.

Ms. Scarpetta wird von einem Fall aus der Vergangenheit eingeholt, ein sadistischer Frauenmörder. Das nimmt diese Produktion zum Anlaß, nackte Frauen in eigenartigen Fesselungen ausführlich, gut ausgeleuchtet und von allen Seiten aus- und bloßzustellen und dann, wenn sie endlich im gleißenden Licht des Obduktionssaals ausgestreckt auf Metalltischen liegen, in langen Kamerafahrten vom Scheitel bis zur Sohle über jedem Würgemal, jeder erigierten Brustwarze und jedem Schamhaar zu verweilen und mit großer Freude am Detail blutige Armstümpfe zu zeigen, von denen die Hände abgehackt wurden. Für mich grenzt das an, hmmm, wie nennt man das? Nekroporn? Weiß ich nicht, will ich nicht wissen. Ist widerlich.

Ich möchte betonen, dass ich nach eineinhalb Folgen resigniert aufgegeben habe. Was neben den Lustmorden und ihrer Darstellung auch sehr daran liegt, dass Jamie Lee Curtis nicht zu ertragen ist. Ihre Figur ist laut, immer viel zu laut, geschmacklos bis zur Obszönität, permanent verkehrt. Es mag Spaß machen, so jemanden zu spielen, es gibt aber keinen guten Grund dafür.

Es gibt sehr viele schöne Dinge im Leben. “Scarpetta” anzusehen gehört nicht dazu.

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