Anläßlich dessen, dass der achte Sammelband nun endlich bei mir zu Hause angekommen und das Wetter draußen kalt und ekelig war, nicht zu sprechen davon, dass mein Wochenende eigentlich ganz anders geplant gewesen wäre (fragt Brecht), habe ich mit einem beherzten Griff Bände 1-7 sowie das Bonusbuch aus dem Regal gegriffen, Tee gekocht und bin in die von Rucka und Lark geschaffene dystopische Welt hinübergewechselt.
Wen’s interessiert: In einer nicht zu fernen Zukunft (und wesentlich unferner als im Jahr 2012, als die Veröffentlichung begann und das meine ich nicht nur zeitlich), in dieser nicht zu fernen Zukunft also ist die Welt unter sechs großen rivalisierenden Familien aufgeteilt, die ihre Territorien in feudalen Systemen regieren / beherrschen / unterdrücken. Oben in der Hierarchie steht die Familie (wer Mafia denkt, liegt nicht falsch), keinerlei Regeln und Gesetzen unterworfen, mit nur einem Ziel: Vermehrung von Macht, Einfluß, Vermögen. Unter ihnen steht die kleine Schicht der “Serf” (die wörtliche Übersetzung für serf ist “Leibeigener”), also Menschen, die nützlich sind. Sei es als Wissenschaftler, Sportler, Unterhalter, Militär, Gelehrte, vielleicht sogar Berater. Halt brauchbar. Und dann kommt noch die große Masse der Unnützen. “Waste” (also Müll). Waste hat die Möglichkeit zu Serf “aufzusteigen”. In den alljährlich veranstalteten “Lifts”, zu denen die Massen pilgern und in denen gnadenlos selektiert wird. (Ja. Ich habe dieses Wort bewußt gewählt.)
Jede dieser Familien hält sich die besten Genwissenschaftler, profitiert von Longevity-Forschung und dem hauseigenen “Lazarus”, oft ein Familienmitglied, der sowohl weiblich wie männlich sein kann und schon ab frühester Jugend genetisch optimiert wird, physisch wie geistig. So gut wie unsterbliche selbstheilende schmerz- und temperaturunempfindliche hochintelligente loyale (dafür sorgen die entsprechenden Drogencocktails) Kampfmaschinen, die aber auch den Lokativ ebenso gut beherrschen wie ihre zukünftige Rolle als Unterhändler und Heerführer. Universal Soldiers mit Hirn. Wahre Monster.
Über die letzten Jahre ist diese extrem gut und tief recherchierte Serie immer noch politischer geworden und wirkt langsam weniger wie eine phantasievolle Weltenbaudystopie und mehr wie eine gar nicht mehr so unwahrscheinliche Vision.
Unbedingt zu empfehlen! Lesen! Lesen! Lesen!