Ausgleichssport (und das mir!)

Ich habe immer noch so irre viel zu tun und es trägt nicht gerade zum Druckabbau bei, wenn DIE Abgabefrist erst von Freitagnachmittag auf Donnerstagmittag verschoben wird und dann noch mal auf Mittwochabend vorgezogen. Ich mußte also gestern Abend bis in die Puppen nachsitzen, durfte dafür aber heute extra früh aufstehen, damit ich rechtzeitig zu DER Telefonkonferenz im Büro bin. Ich weiß nicht, wie das bei anderen ist, aber wenn ich mir den Wecker auf viel früher stelle, wache ich ab Mitternacht ungefähr stündlich auf, weil mein Unterbewußtsein offensichtlich eine Höllenangst davor hat, das Klingeln zu verpassen. Supervoraussetzungen für einen weiteren arbeitsreichen Tag! Etwas Gutes kann man der Morgenstund’ doch abgewinnen: Im Osten steht tief eine rote Sonne, auf der anderen Seite steigen malerische Nebelschwaden aus dem Biotop und die Leuchttafel teilt mir mit, daß die Fahrtzeit bis nach San Jose nur 50 Minuten beträgt (sonst um die 80), das heißt ich bin nach einer knappen halben Stunde (sonst 60 Minuten) schon am Schreibtisch und kann heimlich sogar noch ein bißchen Liegengebliebenes wegarbeiten.

Nach fast drei Stunden am Telefon komme ich mit einer zweiellenlangen Aufgabenliste zurück und mir bleiben gute fünf Stunden, bis alles fertig sein muß. Ich schaffe das. Nicht ohne Kollateralschäden, die Fingerkuppen glühen, die Glühbirne in der Schreibtischlampe gibt ihren Geist auf, die Tastatur raucht, mein Kopf auch – erschwerend (Face the Ice-Challenge) hat unser Vermieter dafür die Klimaanlage auf Eiskaltblasen eingestellt, denn schließlich ist es doch schön warm. Draußen.

So, speichern, abschicken und nichts wie weg!

Das Auto stand den ganzen Tag in der prallen Sonne, auf dem Heimweg schmelze ich fast im Stau und in meiner Phantasie wogen kühlende Gewässer und ich mittendrin. Halt a mal! Ich hab’ da eine Idee. Flugs zu Hause in die Schwimmklamotten geschlüpft, Kleidle und Sandalen (!) dazu und ab ins Bad, zum Wasser-Yoga mit Desha. Besser gehts nicht! Obwohl die Sonne wärend der Krieger-Posen vollends verschwindet, bleibt die Nacht lau und weil der Flutlichtbeauftragte ein dienstverdrossener Flutlichtbeauftragter ist, strecken, recken und balancieren wir unter einem wolkenlosen Himmel zum Licht eines leuchtfaulen Halbmonds und seiner Handvoll Sterndl.

Hach, Kalifornien, du machst das schon richtig. Ich will kein “March Miracle”* und daß das “snow pack” in der Sierra so niedrig ist wie noch nie seit Beginn der Wettermessung, ist mir alter Schneehasserin auch wurscht. “Weak Systems” hatten sie vorhergesagt und schwachbrüstig waren sie. In San Bruno regnete es in der Nacht vom Montag einen leichten Schauer, beim Kollegen in San Ramon (andere Bay Seite) in der Nacht vom Dienstag. Langt.

Ich bin eh mehr der Typ für die warmen Nächte. Und Tage.

* El Niño , die faule Socke, hätte uns ein Märzenwunder und viel viel Regen bringen sollen. Hatte dieses Jahr wohl null Bock.

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