Ich schreibe dies, während es draußen noch stockdunkel ist, aber in dem sicheren Wissen, dass die längste Nacht des Jahres hinter uns liegt.
Und jetzt alle:
Ich schreibe dies, während es draußen noch stockdunkel ist, aber in dem sicheren Wissen, dass die längste Nacht des Jahres hinter uns liegt.
Und jetzt alle:
Eigener Herd ist, sagt man, Goldes Wert. Das gilt aber mindestens, wenn nicht noch mehr, für das eigene Bett und noch viel mehr für die eigene Decke. Nämlich.
Letzte Woche, im Ausland (Rheinland Pfalz), war ich nach zwei Nächten bei der Frau Wirtin (Extra-Kissen und Wolldecke, die kennt sich halt aus) für die letzte Nacht noch umgezogen in die Mühle, in der unsere Weihnachtsfeier stattfand. Wenn genug gefeiert, sofort ins Bett, habe ich gedacht. Keine Logistik mehr, habe ich gedacht. Kurze Wege nach der Party, habe ich gedacht. Nicht bedacht hatte ich, was der rauschende Mühlbach, der viel Wasser führende und sehr laute rauschende Mühlbach nach einem feuchtfröhlichen Abend mit meinem Unterbewusstsein anrichtet. Keine Details, außer, dass die waagerechten Phasen durch häufige kurze Gänge nach Nebenan unterbrochen wurden.
Aber eigentlich wollte ich keine Blasengeschichte erzählen, sondern von Bettdecken sprechen. Weil. Ich habe mich seit Amerika an ein standesgemäßes Queen-Size-Modell gewöhnt. Zwei auf zwei Meter, das reicht, um bis zur Nasenspitze hochgezogen und dennoch unter den Füßen und seitlich nach Bedarf zum Kokon eingeschlagen zu werden. Die hiesige Standardgröße langt einfach nicht mehr. Irgendwas an mir, oben oder unten, friert immer.
Sobald ich die Weltherrschaft angetreten haben, wird es Riesendecken geben. Für alle.
Wahrlich, wir leben in herrlichen Zeiten! Wie ich darauf ausgerechnet in Zeiten wie diesen komme? Nun, die Redaktion der FAZ hat sich bemüßigt gefühlt, all dem gottlosen Pack, das wg. Tradition und/oder Oma zu Weihnachten eine Kirche aufsucht, einen Benimmkatalog, quasi Kirchenknigge, für diesen Besuch aufzugeben. Und das in diesem unseren Lande, wo sogar noch die Generation nach meiner erlebt hat, dass man wegen seiner Zugehörigkeit zum falschen (christlichen!) Glauben diskriminiert wurde. Wie wunder-, wunderschön!

Du fehlst mir sehr, du stummer BILD-Zeitungsverkäuferkasten gleich am U-Bahnaufgang. Meist hast du mich mit deinen “Schürzen” (so nennt der Printkenner diese Aufmacherbrüller, wie ich gelernt habe) erheitert, manchmal so richtig zum Lachen gebracht – das schaffen die verbleibenden drei (AZ, TZ, Merkur) noch nicht einmal kombiniert. Kein Wunder, dass sie nicht gut drauf sind, denn auch sie werden bald Geschichte sein, wie ich der Online-Ausgabe der von mir im Digitalabo gehaltenen Zeitung entnehme.
Ihr, liebe Leser (m/w/d), müßt nicht verzagen. Ich habe die absurdesten Schönheiten fotografiert und noch lange nicht alle verbloggt.
Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Verteilerzentrum,
in schiefgeparkten Kastenwagen
mit hektischen Warnblinkern.
Die steifen Hände taten ihm weh,
denn sie trugen Pakete, die waren gar schwer,
ein veritables Schlepperheer.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
denkt ihr, ihr kämet rein in den Truck?
Stop und go, das tun nur die!
Zoltan, Üzgür und Ali
Bleibt ihr weiter faul in den Kissen!
Sehr frei nach dem Weihnachtsgedicht von Anne Ritter
… kein Süddeutsche-Adventsquiz bis dato schneller gelöst habe, als die Fragen zum “Bahn-Jahr”, was sagt das dann über mich?
Entweder, dass ich mich der Berichterstattung wie wir alle der schieren Menge wegen nicht entziehen konnte oder, und das erscheint mir wahrscheinlicher, dass ich mich in die Riege “Staatlich leidgeprüfter Bahnnutzerinnen” hochgefahren habe.
Mit Zusatzqualifikation in Verspätung.
Ich hatte einmal eine Freundin, deren größter Groll mit ihrer Mutterschaft war, dass sie nun nicht mehr zu Weihnachtsfeiern eingeladen werde. Ich hatte ihr damals schon angeboten, dass sie statt meiner auf meine Firmenweihnachtsfeiern jetzt und immerdar gehen könne, das wollte sie aber nicht. Hat sich dann, glaube ich, später mit den Jahresendereignissen in Kindergärten und Schulen und Sportvereinen und so weiter wieder gegeben. Weiß ich aber nicht genau, da hatten wir schon nicht mehr viel mit einander zu tun.
So, genug der Vorrede. Ich war letzte Woche im Hunsrück, vorgeblich (leider nicht), um vor Ort zu arbeiten, hauptsächlich aber, um (it’s the season) an unserer Weihnachtsfeier teilzunehmen. Der ersten, die ich, seit ich in dem Laden bin, nicht organisiert habe. Einfach nur Gast sein. Das hat was. Mach ich nächstes Jahr wieder. Ist nämlich echt nett. Auffällig war nur, dass sich die beauftragten Dienstleister immer erst mal an mich wandten (“Können Sie hier was entscheiden?”). Es hatte aber wirklich Charme, wenn ich sie dann jedes Mal an meine halb so alte Kollegin weiterschicken konnte – “die macht das”. So regelt man Nachfolge.
Nun ist die Vorrede wirklich vorbei, denn eigentlich will ich nur vom Höhepunkt der Party erzählen, der alljährlichen Tombola. Es ist in dieser Firma langjährige gute Tradition, dass die Geschenke von Geschäftspartnern übers Jahr gesammelt, und in eben dieser Tombola als Preise ausgelobt werden. Unsere beiden Glücksfeen verlasen und tanzten (!) nicht nur Losnummern, nein, sie priesen die teilweise doch eigenartigen Artikel in den höchsten Tönen an. “Flaschenöffner mit integrierter Wasserwage”, “ein Beutel gemischte Weihnachtsdinger”, “Duftspray für Sicherheitsschuhe”, “diese Duftlampe wie von Aladadin” und viele andere Scheußlichkeiten mehr. Weil sie aber schon auf der Wanderung vorher dem aufwärmenden Glühwein zugesprochen und viele Kollegen Pröbchen vom selbstgebrannten Moonshine zur Verkostung ausgeschenkt hatten, verlosten die Ex-Weinkönigin und das Gardemädchen auch “eine Flasche rheinherben Riesling”, “Kirsch-Marzipan-Aufschnitt” (hab’s mir hinterher angesehen, war eine Art Marmelade) und, mein Favorit, “eine warless Schaschingschtäschion“. Andere Firmen engagieren Unterhaltungskünstler*innen. So lange wir unsere beiden beschickerten Feen haben, brauchen wir keine externen Spaßmacher.
Mir hatten die Glücksgöttinnen einen lieblichen lauwarmen Schaumwein aus der Region zugelost, den habe ich aber stante pede bei einem unserer Techniker gegen ein Paar Thermosocken in Größe 38 (“wer hat denn so winzige Füße?”) eingetauscht. Win-win.
Samstagfrüh in aller Herrgottsfrühe (ich frag mich ja jedes Mal, wenn mir dieser Begriff unterkommt, ob die Menschen seinerzeit damit ihren Gott gepriesen oder verflucht haben) gings dann dem Morgenrot entgegen (nach eineinhalb Stunden Fahrt der erste Lichtstreifen am Horizont), dafür waren wir gegen High Noon auch schon in München.
Einmal mach ich das noch mit. Dann ist aber auch gut.
Das ist die Zeit, in der, bevor die Mülltonnen wieder mit Geschenkverpackungen vollgestopft werden, nichts voller ist als der Spamfolder.