Mein persönlicher Theatersommer… LSG Ergoldsbach, Niederbayern: “Die Widerspenstige”

Früher habe ich für meinen Theatersommer noch drei Länder bereist, nun sind nur noch Niederbayern und Österreich übriggeblieben. Hier nun der Reisen erstes Stück.

Die Ergoldsbacher Truppe spielt zu ihrem 60-jährigen Jubiläum eine Shakespeare-Bearbeitung von Christoph Eckert und holt aus dieser nicht sehr originellen Vorlage raus, was geht. Kurz zusammengefaßt: das Wirtsehepaar Baptista führt ein Bustouristenabzocklokal mit Terrasse sowie Aussicht (Sonnenuntergang über Capri) und hat zwei Töchter. Der Rest ist wie bei Shakespeare: die Kleine kann sich vor Verehrern nicht retten, die Ältere hat mit dem traditionellen Rollenbild mit marito und bambini nicht viel im Sinn.

Statt nun die pointierten Schnellfeuerdialoge Shakespeares in modernes Deutsch zu übertragen, schreibt Eckert selbst und nimmt den Schwung raus – da kann das junge Ensemble noch so viel Spielfreude und originelle Auf- und Abgänge und Bühnenbauten dagegensetzen – der Text läßt nicht so viel zu, wie Potential da wäre. Elendsschade!

Ich muss einschränkend dazu sagen, dass ich nur den zweiten Teil ganz gesehen habe. Den ersten kenne ich in weiten Teilen nur vom Hörensagen, da war ich wegen Übelkeit draußen und danke allen, die sich so sorgend um mich gekümmert haben.

Krach

Jetzt bin ich den zweiten Tag krank zu Hause und würde mich gerne in Ruhe auskurieren. Von wegen. Die Blaumannlärmbrigade im Innenhof läßt alle Motoren heulen und an irgendwas “in Ruhe” ist noch nicht einmal entfernt zu denken.

Saubande!

Schland ist wieder da, die zweite

Die Bahn macht natürlich auch mit.

Wir lernen folgendes:

  1. Die Erika Mustermann des 3. Millenniums heißt Marie-Christine Walder.
  2. Die Fan-Bahncard gildet nur dann ein Jahr lang, wenn Deutschland gewinnt. Wenn mich meine Erinnerung nicht sehr trügt, konnte man beim letzten Mal für eine einjährige Gültigkeit des Rabatts noch selbst auf den Gewinner tippen. Fand ich lustiger. Und europäischer.

Alles zu seiner Zeit

Was Menschen morgens halb zehn in Deutschland machen, darf als bekannt vorausgesetzt werden*. Was sie am Freitagnachmittag um drei in Hadern machen, erkläre ich euch jetzt. Am Freitagnachmittag um drei stehen sie, ein, zwei, viele Pakete mit sich führend, in einer endlos langen Schlange beim DHL-Shop am Haderner Stern an, und schicken zurück, was fleißige Paketboten im Laufe der zurückliegenden Woche bei Nachbarn abgegeben und vor Haustüren deponiert haben.

Am Wochenende wird wieder bestellt.

* @junge Menschen: Wißt ihr nicht? Ich sag’s euch: sie essen Waffelschokolädchen. Recherchiert selbst oder fragt einfach eure Eltern. Oder Großeltern. Ggfs. auch Arzt, Ärztin oder Apothekende.

Wozu sind Kriege da?

Diese Frage beschäftigt selbst die kleine Klugscheißereule aus der Duolingo-Sprachlern-App.

Sie kann’s aber auch erklären. Weil, sagt Duolingo, die Leute während eines Krieges unglücklich sind, weil ihr Land Probleme mit anderen Ländern hat. War doch gar nicht so schwierig.

Zins und Zinseszins

Neulich der freundlichen Vor-dem-Hungertod-Retter-Bäckerin um kurz nach achte abends das Rückzehnerl für mein Abendbrötchen erlassen. Gleich am nächsten Morgen auf dem Weg zum Auto zwei Fünferl gefunden, also Ausgleich.

Heute gleich ein glänzendes Fünzigcentstück aufgehoben. Also, wenn das bei allen Spenden zukünftig so funktioniert, dann gelobe ich, die großzügigste Geberin der Welt zu werden. Nämlich.

Getreu dem Sprichwort, das ich heute gelesen habe: „Ein wenig Duft hängt immer an der Hand, die Rosen schenkt.“

Heimweh

Manchmal denke ich wehmütig an meine amerikanische Gastheimat zurück. So wie dieser Tage, als mir meine Haus- und Hof-Outlet-Mall in Gilroy schreibt:

Nicht nachdenken über den Wahlausgang, Kriege oder Klimawandel – nein, Shoppen und die Welt ist heil.

Blame It on the Weatherman

Die Temperatur in meinem Nordbüro beträgt morgens gegen dreiviertel acht immer so um die 17°C, weil diese Hausseite noch nie von auch nur einem Sonnenstrahl verwöhnt wurde und nur manchmal im höchsten Hochsommer ein bißchen Wärme und Licht vom Wellblechzaun gegenüber abstrahlt. Das muss so, sagt der Vermieter, denn die Heizung werde traditionell kurz nach Ostern abgestellt. So auch dieses Jahr. Abgestellt muss sie bleiben, denn a) wolle man die neu angeschaffte Wärmepumpe doch “schonen” und b) sei es ja nach drei Tagen um die Jahreszeit sowieso schon wieder warm.

Dem Manne das Phänomen Klimawandel und die Unsicherheit bisheriger Sicherheiten zu erklären, ist müßig, also habe ich bis dato noch nicht von Winter- auf Frühlings- oder wenigstens Übergangsmode umgestellt, sondern trage, wenn ich zur Arbeit gehe, die immer gleichen dicken Wollpullis, warmen Strümpfe und gefütterte Hosen wie seit Monaten, inklusive der Extra-Strickjacke sowie der Wolldecke für über die Beine, weil das Haus außerdem extrem fußkalt ist.

Inzwischen sind dem Geizkragenkerl offensichtlich doch zu viele eigene Mitarbeiterinnen (das ist nicht gegendert, weil es wesentlich mehr Frauen als Männer betraf) wegen Krankheit ausgefallen und die, die noch oder wieder da sind, jammern wohl zu laut, so dass er nun pro Büroraum, unabhängig von dessen Größe und Besetzung, großzügig einen strombetriebenen Heizlüfter zur Verfügung gestellt hat. Diesen Winzwürfel stelle ich nun jeden Morgen als erste Amtshandlung eines jeden Arbeitstages an und bis es Mittag ist, hat sich das kleine Ding heißgeblasen und die Innentemperatur auf 19°, an verrückten Tagen sogar bis auf 20°C hochgetrieben. Leider ist die Raumluft bis dahin so dermaßen schlecht, dass mir die Augen brennen und der Hals kratzt und der hochgewirbelte Staub meine Haare in alle Richtungen abstehen läßt. Außerdem habe ich Brandblasen an den Fingern, weil sich an diesem Billigstmodell der An- und Ausschaltknopf am allermeisten aufheizt.

Werte Wettergötter, bitte: habt Erbarmen! Wenn es irgendwie dienlich ist, opfere ich auch den Vermieter.