Mir war so nach Britishness. Stiff upperlip und Klassengesellschaft und mehretagiges Herrenhaus auf dem Land. Es kann wirklich keiner ein Mitglied der gehobenen Gesellschaft so schön spielen wie Stephen Fry (Peter), noch dazu, wenn mit ihm als Freunde Hugh Laurie, Emma Thompson, Kenneth Branagh (auch Regie), Imelda Staunton und Alphonsia Emmanuel besetzt werden. Gottchen, waren die alle mal jung! Und damals schon richtig gute Schauspieler und Innen. Aber hallo!
Die Story ist simpel. Die sechs waren an der Uni eng befreundet und eine mittelschlechte Theatergruppe. Nun sind zehn Jahre vergangen, in denen viel Leben passiert ist, weswegen man sich irgendwie nie mehr getroffen hat und Peter lädt etwas überraschend zur Silvesterfeier in sein frisch geerbtes Anwesen ein. Keiner hat was vor, alle können kommen, und sie treffen auch noch fast zeitgleich pünktlich ein. Zwei bringen ihre Anhänge mit (Tony Slattery (Brian) und Rita Rudner (Carol, die amerikanische Fernsehprominente); darüber hinaus Drehbuch), damit ist man, inklusive Haushälterin (sehr herrlich: Phyllida Law) und deren Sohn (sehr farblos: Bill Parfitt) für die paar gemeinsamen Tage komplett.
Der dann folgende Film ist nett. Very british. Kein großer Wurf, aber ich sehe ihn immer mal wieder gerne und freue mich an der Besetzung und den sehr lustigen Sprüchen, die Rita Rudner vor allem ihrer furchtbaren Hollywood-Amerikanerin geschrieben hat.
Falls wer noch eine Empfehlung für einen Herbstabend braucht: das ist sie.