Die Geschichte spielt in einer nicht mehr allzuweit entfernten Zukunft, in der sich die Heldin mit umpfzig kleinen Jobs über Wasser hält (Gig-Economy), Autos selbst fahren, die Überwachung total und der größte Luxus eine Wohnung in einer Anlage namens “Tabula Rasa” ist, die vollkommene Privatheit garantiert.
Auf Charlie, eine ganz gewöhnliche junge Frau, ist ein Kopfgeld ausgesetzt worden, auf einer App namens “Reapr” (“The Reaper” ist auf deutsch der Sensemann). In den nächsten 30 Tagen ist sie Freiwild, wer kann und mag darf sie umbringen und die Belohnung kassieren. Sie heuert auf einer anderen App “Dfend” (“Defender” = Verteidiger) eine Bodyguard an, Vita. Beider Leben wird dadurch erschwert, dass die Prämie sekündlich höher wird.
Ich mag diesen dreibändigen Comic sehr sehr gern. Er ist schnell, in satten Farben dem Tempo der Geschichte entsprechend gezeichnet, mit Verfolgungsjagden und Schießereien und Messergemetzeln, hält aber auch immer wieder inne und läßt die Protagonistinnen zur Besinnung kommen, sich (und andere) hinterfragen oder, in seltenen Momenten, auch mal Spaß haben. Und man fragt sich als Leserin immer wieder, ob das die Art Zukunft ist, in der man gerne leben möchte…
Wenn man’s mal nicht an den See geschafft hat, die ideale Lektüre für einen Lesenachmittag auf dem Balkon.
Lesen! Lesen! Lesen!