Killer-Zimt

Dem Zimt ist es über die Jahre erfolgreich gelungen, sich eine Tarnexistenz als harmloses Frieden-Auf-Erden-Weihnachtsgebäckgewürz aufzubauen – dabei ist er in Wirklichkeit ein Massenvernichtungsmittel. Zur ABC-Waffe langt’s vielleicht nicht ganz (beim A für Strahlung hat die gemeine Banane mehr zu bieten als so sein Zimtstangerl), aber auf jeden Fall zur Einordnung in die Felder Biologie und Chemie.

Mein Häuschen wird zur Zeit von Ameisen heimgesucht und eine Freundin aus München hat mir jüngst den Tip gegeben: “Gewürz-Zimt mögen die kleinen Racker gar nicht. Sobald ich ein kleines Ameisenhügelchen im Garten hatte, wurde einfach Zimt gestreut und weg waren sie.” In meinem Garten marschieren sie auf mehrspurigen Ant-Highways flächendeckend dicht an dicht. Ich bin nicht sicher, ob man in diesem Land dafür hinreichende Zimtvorräte lagernd hat, aber wenigstens mein Bad wollte ich doch zurückhaben. Vor allem die Wanne, die in letzter Zeit eher aussah wie mit animierter Marmorierung emailliert.

Mit drei Beutelchen Zimt bewaffnet habe ich gestern Abend Ameisenstraßen aus der Luft angegriffen, die meisten Viecherl sind dabei gleich tot umgefallen. Die restlichen Leichen habe ich vorhin in ein feuchtes Grab gebraust. Vereinzelte Kundschafter sind entkommen, aber die kriegen heute Nacht noch einmal eine Ladung Zimt. Beware of the Zimstern – ursprünglich war der wahrscheinlich als Wurfwaffe geplant.

Danke, Elke!

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