Maschin Kaputt

Mein Vermieter hat mir mitgeteilt, dass er mir nur das Haus vermietet habe, und die Überlassung von Waschmaschine, Kühlschrank, Herd als nette Geste seinerseits zu verstehen sind. Will ich sie nutzen, muss ich mich drum kümmern, dass sie gebrauchsfähig sind. Hmmm. Da werde ich mich doch am Wochenende erst mal in der Nachbarschaft umhören, ob die möglicherweise jemanden kennen, der alte Waschmaschinen für wenig Geld wieder zum Laufen bringen kann.

Als Sofortlösung habe ich vorhin investigiert, wie der nahegelegene Münzwaschsalon aussieht. Alles da, halbwegs saubere Waschmaschinen und Trockner, Geldwechselgeräte (man braucht Quarters ohne Ende) – ich werde wohl am Samstag einen Probelauf machen müssen.

Um acht is Nacht

… und zwar tiefdunkle, pechschwarze Nachtnacht.

Und was viel schlimmer ist: um halb acht ist schon so dermaßen fast Nacht, dass es kaum mehr einen Unterschied macht. Bin ich froh, dass das meiste Obst vor ein paar Wochen schon reif war: jetzt müßte ich mit einer Taschenlampe zwischen den Zähnen ernten…

Wie hatte ich doch gleich nochmal die Kolumne genannt

in der ich Dokumente hiesigen Schwachsinns präsentieren wollte? Weiß ich nicht mehr.

Egal. Heute (!) kam die Nachsendebestätigung der amerikanischen Post, terminiert für den 22. August – man muss es nicht verstehen. Nicht einmal verstehen wollen. Dazu haben die hilfreichen Postler ca. ein Dreiviertelpfund Coupons geschickt. Anteilig gleich viele für Kabelfernsehen, Haussicherheit und Versicherungen jeder Art. Sowie, bei einem Umzug nachvollziehbar, für Ikea, Baumarkt, Adressenstempel und -aufkleber.

Und dann noch einen für “customized checks” http://www.checksunlimited.com – nach dem Motto “more fun when spending money” oder was?Schecks

Technik

Um es genauer zu spezifizieren: VERMALEDEITE TECHNIK!

Am Wochenende hat sich mein i-Phone verabschiedet. Einfach so. Kaputt. Da es neben seinen Fähigkeiten zu kommunizieren außerdem als Nachrichteninstrument, Wecker, Spielzeug, mobiler Musikantenstadel und Navigationsgerät tätig war, ist der Verlust äußerst schmerzhaft. Darüber hinaus verweigert meine Waschmachine den Dienst. Ist mit den Bergen Wäsche, die sich angesammelt haben, auch nicht gerade gut.

Und dann vermeinte Toni an meinem Dell Geräusche zu hören, die auf eine sterbende Festplatte hinweisen. Ich würde vorschlagen, dass er sich verhört hat und der Dell pumperlgsund ist.

Gefälligst!

Labour Day Weekend

http://www.youtube.com/watch?v=qsnUu71Viyo

Habe ich am Samstagfrüh auch vor mich hingeträllert, beim Landeanflug…

3 Tage Glitzerstadt LA, mit richtig heißem Wetter und unglaublich vielen Eindrücken und sehr sehr müden Füßen. Ich werde davon in den nächsten Tagen zu schreiben wissen; mit Bildern dazu: in Farbe. Uund Buunt.

Pest Controll

Ich bin wohl nicht die einzige, in deren Haus außer ihr selbst auch ein paar Insekten mitwohnen wollen. Als ich das erste Mal vor den vollgepackten “Pest”-Regalen im Baumarkt stand, war ich noch ein wenig verwundert, was es alles an Flaschen, Sprühern, Pulvern etc.  gibt. Man bekämpft Ants (ich ja auch), Roaches (Schaben und Kakerlaken), ein wenig Stechgetier und vor allem Termiten.

Seit ich heute früh Radio gehört habe, würde ich Termiten auch mit allen Mitteln bekämpfen: die singen hier. Mit Kinderstimmchen. Ein Liedchen davon, wie sie sich durch Wände beißen, durch Türen und Fenster und bösartig Möbel und Memories vernichten. Auf den einen oder anderen Balken könnte ich ja verzichten, aber das Gesinge! Unerträglich. Wehret den Anfängen!

Bay Bridge is closed

Die Bay Bridge ist aus Renovierungsgründen über das ganze Labour Day Wochenende, beginnend mit gestern Abend, 20:00 Uhr, geschlossen. Alle Zeitungen sind voll davon, an den Autobahnen stehen seit Wochen blinkende Warnschilder, und heute morgen im Radio konnten sich die Kommentatoren gar nicht mehr beruhigen, angesichts der tapferen Haltung der Pendler (“our brave commuters”) zum  “Armageddon”. Für den Öffentlichen Personennahverkehr allerdings bestand überhaupt kein Grund längere oder mehr Züge auf den Alternativstrecken einzusetzen. Die meisten Sonst-Die-Brücke-Nutzer haben das sehr pragmatisch gelöst und einfach ihr Labour Day Wochenende um den Freitag verlängert und fahren dann halt Dienstagfrüh erst über die dann hoffentlich reparierte Brücke wieder zur Arbeit. Mal gucken wie sie bauen?

http://baybridgeinfo.org/construction-cams

Ich für meinen Teil werde einfach die Stadt verlassen und erst ganz spät am Montagabend zurückkommen.

“If You Need Heroes, Send In The Basterds”

soweit zu Quentin Tarantinos neuestem Film “Inglourious Basterds”.

Es ist schon hinreichend kontrovers darüber geschrieben worden, und nachdem ich jetzt endlich im Kino war, finde ich, wenn man es so gut macht wie Tarantino, dann darf man Geschichte verfälschen. Er hat wunderbar besetzt, seine Schauspieler geben alles (Brad Pitt habe ich seit “Snatch” nicht mehr so gut gesehen) und der Sprach-Mischmasch (darunter Deutsch, Österreichisch, Französisch, Britisch, Amerikanisch und Tenneseeisch) hat mir richtig Freude gemacht. Ob es jeden Tropfen Filmblut wirklich gebraucht hätte – ich weiß es nicht. Und wer immer Tarantino bei der Musikauswahl berät ist ein Guter.

Reingehen, bei Baseballschlägern und Messern im Einsatz ab und zu mal weggucken, vor allem bei den Farben und den Filmzitaten genau hinsehen (Christoph Waltz drückt eine Zigarette im Sahnehäubchen auf seinem Apfelstrudel aus, das ist Hitchcocks Eidottern unbedingt ebenbürtig, außerdem habe ich noch nie einen Menschen so infam kauen sehen wie Waltzens SS-Mann. Oder wenn Mélanie Laurent, in feuerroter Robe und mit feuerrot geschminkten Lippen, mehrfach gespiegelt, vor einem Filmplakat sich fertigmacht zur Feuersbrunst – das ist ganz groß!), hinhören und sich knapp 2 Stunden lang wirklich gut unterhalten lassen.

Tribut

Irgendwann musste es ja soweit kommen: die solidarische Begleitung meiner Gäste bei ihren Stützkäufen für den notleidenden US-Textileinzelhandel, mein Status als Eddie Bauers “Friend” sowie die überraschend geringe und noch dazu kleinräumige Anzahl von Closets (Einbauschränken) im Häuschen führten zu akuter Stauraumverknappung. Ich hatte erwogen, demnächst Ikea (2 Autobahnausfahrten vom neuen Büro entfernt) aufzusuchen. Ist hinfällig.

Heute nämlich kam ich an einem Garage-Sale vorbei und dachte im Vorbeifahren noch, dass das Möbelangebot doch dem sehr nahe käme, was ich beim Zurückgehen oder Weiterziehen verkaufen würde. So eine Mischung aus liebgehabt und mitgebracht, Ikea und Salvation Army. Und da war SIE. Die Kommode, die ich bei Ingvar erstanden hätte. Mit dem Vorteil, dass sie schon komplett zusammengeschraubt sowie den Griffen meiner Wahl versehen war. (Ich bin kein Ikea-Jünger der ersten Stunde. Ich ziehe Möbel, vor allem mit Schubladen und Unmengen von Schräubchen und Nägelchen, im Endzustand vor.) Umdrehen und Davorstehen war eins. Die Besitzerin pries das gute Stück an, hatte sogar den Kassenzettel parat und ihr Akzent klang so vertraut. Und ja, sie ist Deutsche, vor eineinhalb Jahren hergekommen, um erst mal zu bleiben. Ihr Mann wurde aktuell überraschend nach Asien versetzt, also fliegen sie am 1. September und was heute im Lauf des Tages nicht verkauft wird, bekommt die Heilsarmee. Das hätte sie nun mir, die jahrelang Trainingscamps von Marrakesh bis Damaskus besucht hat, nicht unbedingt erzählen sollen – wir haben also eine ganze Zeit hin- und hergefeilscht und dabei Erfahrungen ausgetauscht. Sie ist, zum Beispiel, wie ich, an einen Garten gekommen, wie die Jungfrau zum Kind, und hat, wie ich, die Freude daran entdeckt. Sie hätte auch gerne ihre sozialen Kontakte mit Kursen in der Erwachsenenbildung erweitert. Das ist, wie ich aus eigener Kenntnis weiß, unmöglich, wenn man nicht nine to five arbeitet, denn der späteste Kurs fängt um 18:00 Uhr abends an. Und dann das antiquierte Bankwesen… Und die Waschmaschinen… Und die Putzmittel…

Sehr schade, dass wir uns nicht früher kennengelernt haben, ich glaube, wir hätten einander sehr gut leiden können.

Wir sind uns (zu meinem Preis) handelseinig geworden und ihr Mann und dessen Buddy haben das schwere Möbel in den Kombi verladen (hach, ist das ein tolles Auto, 3 Handgriffe und eine Ladefläche wie ein großer…). Erst beim Wegfahren habe ich angefangen, mir Gedanken zu machen, wie ich (ich hab ja schließlich noch Rücken) das Ding je aus dem Auto und dann auch noch an den vorgesehenen Platz bekommen soll.

Manchmal stehe ich einfach unter einem guten Stern: Sam und Francisco unterhielten sich, gerade als ich ankam, draußen auf der Straße. Sie wollten nur wissen, was wohin soll. Gracias!