Grad vorhin in der Unterfahrt: Jam Session mit Guido May

Normalerweise steht bei Jam Sessions nie eine Schlange am Einlass. Heute schon. Normalerweise hat der Gastgeber auch nicht ein paar Tage vor der Jam Session Geburtstag und beschlossen, den in der Unterfahrt zu feiern. Heute schon.

Es geht zu wie am Stachus um zwölfe. Wer nicht vorbestellt hat, wird freundlich, aber bestimmt abgewiesen. Man habe schon eine Warteliste und es gibt keinen einzigen freien Platz mehr. “Nein, auch nicht am Tresen.” Meine Fresse, ist das voll hier! Huiuiui! Der Musikbeauftragte hört heute wem anders zu, also bin ich ohne Aufsicht – das geht aber scheints meinem ganzen Vierertisch so, lauter Einzelreservierungen. Auch eher ungewöhnlich.

Das Saallicht ist noch nicht einmal aus (wird es auch den ganzen Abend nicht sein, warum auch immer), da kommen die Musiker auf die Bühne. May stellt vor: Theo Kolvos, noch sehr jung, am Piano (ob die Schreibweise stimmt, weiß ich nicht, wers besser weiß, möge mich korrigieren), Rafael de Sousa, auch arg jung, am Bass (huiui!), Gregor Bürger bläst das Sax, Meister May am Schlagzeug. Das erste Set der vier ist… Multiple-Hach! Jede Nummer fängt mit einem ausgedehnten Schlagzeugsolo an (da bin ich eh schon überglücklich), jeder Musiker bekommt ebenfalls immer reichlich Raum, sein großes Können zu zeigen, was May immer mit dem Lächeln eines über die Erfolge der Schöler (hat seine Richtigkeit, fragt Oma) glücklichen Studienrats verfolgt und quittiert – und als sie einmal das Ende eines Miles-Davis-Medleys verbaseln, läßt er es wiederholen, weil er ja weiß, wie gut sie das eigentlich können. Eben. Ist das schön! Könnte von mir aus so weitergehen, aber jetzt wird unterbrochen, damit alle, die mitspielen wollen, sich anmelden können.

Ein Mega-Run auf die Bühne beginnt, jeder (generisches Maskulinum und gendriges auch, heute keine weiblichen Musikerinnen) will mit und für den Jubilar spielen. Einmal habe ich ein Dutzend Musiker auf der winzigen Bühne gezählt. Toll, was die zusammenbringen! Das Publikum ist begeisterungswillig und -fähig und das aus gutem Grund.

Könnte Herr May vielleicht nächsten Sonntag nochmal feiern? Bitte?

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