Ich bin ja noch aus der Generation, die im Dauerdialog mit ihrem Inneren Schmied antike Waffen in überholte landwirtschaftliche Gerätschaften umdemmeln wollte, in Massen zu Friedensdemos pilgerte, griffige Thesen wie “Petting statt Pershing” zu Munde führte und Wörter wie “NATO-Doppelbeschluss” fehlerfrei aussprechen konnte (fragt Oma).
Inzwischen bin ich so tief gesunken, dass ich gelegentlich morgens mit gezückter Wasserpistole auf den Balkon gehe, in Richtung “Guruh-Guruh” feuere und den aufgescheuchten Flatterviechern noch einen Guß nachschicke. Außerdem nehme ich mit klammheimliche Freude (fragt Oma) zur Kenntnis, dass andere Nachbarn ebenfalls aufgerüstet haben und ihre Wasserpistolen locked, loaded und griffbereit auf ihren Balkonen liegen haben – auch wenn es bloß kleine quietschgelbe Amateurmodelle sind und keine Profipumpguns wie meine.
Mache ich alles nicht mehr oft, denn meine Flatterfähnchenabwehr zeigt Wirkung, die Kackbratzentauben lassen mich morgens ausschlafen und bescheißen andere Balkone. Mir würde das vollkommen reichen. Ab und zu mal ballern, kein Dreck mehr. Nicht aber dem einen oder der anderen aus meiner Lesergemeinde. Mich erreichen Beschwerden, dass ich keine lustigen Taubengeschichten mehr schreibe. Tssss.
Schafft euch doch eigene Scheißviecher an, ey!