Man sollte es kaum glauben, aber die Radio-Werbung wird dominiert von Matratzen- und Diamantenhändlern. Für erstere wirbt Randy Manzini von Manzini’s Sleepworld permanent und persönlich, sehr schnell und aufgeregt, für die Funkelsteine spricht Mr. Shane von der Shane Company, unser “friend in the diamond business” unablässig, behäbig und gesetzt. Einer der wenigen Spots, die sich in diesem Umfeld irgendwie behaupten, ist der vom “tight wallet syndrome”. Ich habe vergessen, wer genau dem amerikanischen Volk mit welchen Wahnsinnstricks und guten Ratschlägen (zB Kreditkartenschulden einfach rechtzeitg bezahlen) dabei helfen will “real money” zu sparen (nicht etwa Monopoligeld).
Man spare aber nicht des Sparens wegen. Nein, als Belohnung für den vernünftigen Umgang mit Geld verspricht dieses Unternehmen, dass Geld genug da sein wird, um endlich (wieder) jede Menge shoes zu shoppen, oder den noch größeren Fernseher anzuschaffen oder in Restaurants zu essen, wo es “real silverware” (also Besteck aus Metall) gibt. Oder, bei wirklichem Wohlverhalten, alle drei Grundbedürfnisse (Schuhe, TV, plastikgeschirrfreie Einnahme aushäusiger Mahlzeiten) zu befriedigen. Es scheint so einfach, dieses Volk glücklich zu machen.
Manchmal vermisse ich das Alte Europa.