Ernteeinsatz

Die Bäume in meinem Garten quellen über mit reifem Obst. Vielmehr, als ich je essen könnte, selbst, wenn ich alle Nachbarn täglich mit je einem Eimerchen Reineclauden und Äpfeln versorgen würde. Weil es mir aber in der Seele wehtäte, diese Massen an guten “organic” Früchten einfach verkommen zu lassen, habe ich mir gedacht, daß doch Baumklettern und Pflücken eigentlich eine gute Kinderbeschäftigung ist und mir kinderreiche Kollegen als Erntehelfer geladen.

Amerikanische Kinder, wohlgemerkt, da muß man ganz von vorne anfangen, aber nachdem die Kinder die Grundregeln verstanden hatten – das ist ein Baum, der blüht im Frühling, dann kommen die Bienen, dann entwickeln sich kleine grüne Boller und später die Früchte – waren sie alle fleißig bei der Sache; die mutigen unter ihnen haben sich sogar getraut, in Obst direkt vom Baum reinzubeißen. Manch anderen war so viel Natur doch zu suspekt, und sie werden nichts davon essen, es sei denn, in verarbeiteter Form. Mir wurscht. Alles, was reif genug war, ist jetzt unten und sie sind mit vollen Tüten abgezogen.

An den Bäumen und Sträuchern ist mindestens nochmal soviel hängengeblieben. Für die Verwendung muß ich mir in den nächsten zwei Wochen was einfallen lassen, denn danach sind Brombeeren, blaue Pflaumen und Birnen reif.

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