Als wir das neue Büro einrichteten, kam es ständig zu aberwitzigen Dialogen wie “I think my desk is 3 quarters of an inch too low.” “Okay, I am glad to help. What is that in normal?” (1 Inch sind 2,54 cm.) Der meistbenutzte Gegenstand war mein Meterstab, der sowohl wirr wie dezimal kann. Amerikaner messen anders. 12 inches sind 1 foot, 36 feet sind 1 yard, 1760 yard sind 1 Meile. Es gibt feste (28,4 Gramm) und flüssige Unzen (29,6 Milliliter) und kleinere Einheiten werden in Tassen (ganze, halbe, drittel, viertel cups) und Löffeln (ganze, halbe, viertel Tee- bzw. Suppenlöffel) gemessen – zum Beispiel auch Blutproben. “Ich nehme Ihnen heute “three teaspoons” Blut ab.”
Die FDA (“U.S. Food and Drug Administration”) segelt unter dem Motto “Protecting and Promoting Your Health” und macht gerade eine Kehrtwendung. Statt wie bisher die Inhaltsangaben auf Lebensmittelpackungen in Gramm anzugeben, wollen sie wieder zurück zu den Löffeln. Damit sich die armen Amerikaner nicht an einen weltweiten Standard gewöhnen müssen.
Aaaaarrrggggghhhhh!
kommt die bezeichnung “Imperialismus” eigentlich auch von den imperial measurements?
“Du meinst “metrisch”, nicht “dezimal”. Dezimal ist nur eine auf dem Zehnersystem basierende Zahl (anders als “binaer”, oder “oktal”, oder “hexadezimal”); typischerweise sind die mit Komma gemeint, die ohne sind’s aber auch.”
Ich hätte selbstverständlich auch Gliedermaßstab schreiben sollen und nicht Meterstab oder gar Zollstock, wie das Ding bei uns zu Hause genannt wird.
Das kommt davon, wenn man *nur* Geisteswissenschaften studiert. Ich armer Tor.