Wer schon mal in Amerika war (oder mindestens einen amerikanischen Film gesehen hat) weiß, daß hier die Seitenstreifen der Autobahnen mit sogenannten Billboards gepflastert sind, auf denen jeder für alles wirbt. Diäten, Stellenangebote, Versicherungen, Parteien, Navy, Spenden, neue Filme, alteingesessene Klempner, gesunde Ernährung oder Burger – egal, wenn’s zu kaufen ist, wird’s beworben. Seit neuestem steht am 101 ein Billboard, von dem ich ihm Vorbeifahren immer nur einen Don-Camillo-Lookalike erhasche und die Worte Señor und Cielo. Eine Kirchengemeinde, die Spanisch sprechende Schäfchen rekrutieren will?
Weil ich mir meiner Chronistinnenpflicht bewußt bin, schau ich aber doch lieber nach. Und liege falsch, denn mit dem Billboard “El Señor de los Cielos” bewerben die Telemundo Studios mit Sitz in Miami und Bogotá ihre Telenovela über Amado Carrillo Fuentes, einen Drogenbaron und Herrn einer riesigen Schmuggelflugzeugflotte sowie Meister-Geldwäscher.
Man kann sich ja mal vertun – es ist ja nicht so, daß man sowas aus dem Vatikan nicht auch schön gehört hätte.