Den Morgen nach der lauten Nacht im Economy Inn zu Reedsport begehen wir dem Etablissement angemessen mit lauwarmem Pappbecher-Kaffee (mit dairy-free Creamer) und einem Donut. Packen und weg und nie mehr ein Wort drüber verlieren –
außer als Anekdote über den vielen reisenden White Trash und dessen spannendes Sozialverhalten. Klug geworden, hatten wir in der Nacht deren W-Lan gründlich genützt und alle weiteren Übernachtungen (Portland, Seattle und Vancouver) vorausgebucht, außer für heute Nacht – da wollen wir uns im Dunes National Park so lange Richtung Norden treiben lassen, bis wir das schönste Plätzchen von allen gefunden haben.
Die Oregoner Küste empfängt uns mit blendendem Nebel, Nieselgriesel, einer steifen Brise und einem Temperatursturz (gestern 100F, heute umara 60F). Zum ersten Mal seit der Abreise aus der Bay Area besteht Bedarf an Hoodies, Windbreakern und Socken, ganz ungewohnt. Von wegen, es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Wir tragen angemessenes Scheißwetteroutfit und es ist trotzdem windig, kalt und ungemütlich. In den Dünen, im Biotop, am Binnensee – überall fehlt einfach Sonne.
Wurscht, wir fahren jetzt einfach nach Florence und lassen uns bei Mo’s heiße Suppe reichen. Die hält dann auch lange genug vor, damit wir durch die Historical Car Show (die sie netterweise gerade veranstalten) schlendern können und es bis zum Coffee Shop schaffen, wo uns Heißgetränke gereicht werden. Dort blättern wir in den ausliegenden Tourismusbroschüren und stoßen auf die Beschreibung des Agate Beach Motel, die so hübsch klingt, dass wir gleich anrufen und für die Nacht unser Häuschen mit Meeresblick und –rauschen sowie einem Gaskamin reservieren. Das ist doch was zum Vorfreuen, denn nach wieder Dünen, Wäldern, fleischfressenden Pflanzen und Mist (das hiesige sehr treffende Wort für feuchten Tiefnebel) sowie einem Abstecher in die Sea Lion Cove sind wir durchgefroren und hungrig.
Als wir ankommen, brennt schon ein lustiges Feuerchen im Kamin – das Häuschen ist genauso, wie wir es uns vorgestellt haben, http://www.agatebeachmotel.com/ und wenn’s nicht so naß und neblig wäre, wäre alles ganz perfekt.
Und morgen scheint bestimmt wieder die Sonne!