Seitdem ich auf Schienenersatzverkehr angewiesen bin, um irgendwie von daheim in die Stadt und wieder zurückzukommen, häufen sich die unerwarteten kleinen Kalamitäten. Der Bus steht im Stau oder ein Depp parkt so dumm, dass keiner, schon gar nicht mein Bus, an ihm vorbeikommt oder auf der Ausweichstrecke wurde spontan eine Baustelle gegraben oder noch eine oder zwei oder es ist Stau wegen Ferienanfang oder Montagmorgen oder Freitagnachmittag oder Vollmond oder, das passiert oft genug, dem Bus ist das auch alles zu doof, und er kummt ned, kummt ned (fragt Oma). Es ist ein Kreuz.
Ganz ganz selten passieren ganz ganz unverhoffte Glücksmomente, so wie gestern Abend. Ich frage die App, wie ich am besten heimkomme, und warte in der U-Bahn-Station auf die U-Bahn, die mich zum SEV-Bus bringen soll. Die U-Bahn scheint verspätet zu sein und der bis dato recht zivile Vorschlag mit nur zwei Mal Umsteigen verschwindet aus der App und wird durch nachfolgend drei weitere ersetzt mit jeweils mindestens vier Umstiegen. Oh Mann!
Halloho, das Konzert war lang, es ist spät und ich müßte auch mal… Ah, da kommt die U-Bahn. Dann geschieht, was ich nur als Fügung überirdischer Gewalten interpretieren kann. Die U-Bahn zu spät. Die Rolltreppe kaputt. Als ich, genervt und außer Atem, an der Bushaltestelle eintreffe, ist die Anzeige, wie es denn nun weitergehen soll, kaputt. Dafür fährt aber gerade der verspätete Bus vor. Okay, nehm ich. Steige an der nächsten Umsteigehaltestelle aus und zum Bahnsteig ab, da fährt die ebenfalls verspätete U-Bahn gerade ein.
Das ganze Unternehmen hat mit zwei Mal Umsteigen gerade mal 10 Minuten länger gedauert als unter normalen Verhältnissen. Werte Herren und Damen MVG-Disponenten: wollt ihr euch das nicht mal anschauen und eventuell auf den SEV-Fahrplan anwenden? Hmmm?