Ich weiß nicht, welche Sünden man als Musikant begangen haben muss, um von eigens dafür geschulten Teufeln solchermaßen gequält zu werden, weiß aber, dass eine der Höllenfilialen direkt hier im Hotel ist.
Jeden Abend nämlich, wenn die Gastmeute sich frisch geduscht nach einem harten Badetag die Wartezeit vor dem Abendessen mit dem Wegtrinken der im Voraus bezahlten All-Inclusive-Alkoholika vertreibt, muss einer von den armen Sündern ran und sein Instrument (bisher Saxophon, Gitarre, Geige und Harfe – mon dieu, hat mich die Dame ganz besonderes gedauert) mit Best-of-Pop der letzten 40 Jahre prostituieren. “Countryroads” ist obligatorisch, “Jolene” und “The Boxer” auch. Ansonsten kann der Künstler (generisches Maskulinum) vollkommen frei wählen, in welcher Reihenfolge er Bon Jovi oder Cash spielt, solange er nicht beim Trinken stört.
Sartre sagt, die Hölle, das seien die anderen. Er hat ja so recht!