Am 8. März ist Stadtratswahl

Der Wahlkampf kommt offensichtlich in seine ganz heiße Phase, ich habe jeden Tag Post im Briefkasten, vor allem von der CSU (dazu möglicherweise, also wenn ich noch mal Lust habe, in einem anderen blogpost mehr). Ich hätte das Söderisst-Kochbuch damals vielleicht doch nicht bestellen sollen…, seitdem hat der CSU-Fanshop meine Adresse und das hab ich nun davon. Anyway. Ich wollte auch eigentlich was ganz anderes erzählen.

Vorhin, wie ich gerade daheim aus der U-Bahn hochkomme, spricht mich ein junges Mädchen an. “Wollen Sie wählen?” Die ist so jung und süß und schüchtern, dass ich mich zusammenreiße und ihr nicht sage, dass alle ihre Bemühungen umsonst sind, weil ich das schon längst per Brief getan habe. Stattdessen frage ich zurück, was sie denn wohl für mich habe und sie drückt mir einen Din-A-5-großen laminierten Zettel in die Hand, von dem mich eine blonde Frau böse anschaut. Es handelt sich um Claudia Mühlhölzl, gemäß Selbstbeschreibung “Ehrenamt, Geschäftsführerin, Schauspielerin, parteilos, Absolvent der harten Lebensschule” und sie will für “‘Best Ager’ aktiv in den Münchner Stadtrat”.

Auf der Rückseite fasst sie ihr Programm zusammen, einige sehr vernünftige Sachen darunter (wobei Kinder gar nicht vorkommen, aber das ist wohl der “Best-Ager”-Zielgruppe geschuldet), bei nicht einem Punkt aber auch nur der Ansatz, wie’s gemacht oder finanziert werden soll. Aber hey, wen kümmern die Details, das wird sich dann schon fügen, wenn Claudi im Stadtrat sitzt. Denn dann werden endlich die ganz dringenden Themen angegangen (ich zitiere wörtlich und so, wie’s nacheinander im Programm steht):

  • Böllerverbot für reine Knallkörper in ganz München
  • Wertschätzung der Senioren, Rentner, Arbeitnehmer, Arbeiter
  • Unterstützung alter Leute / Senioren
  • Verbot der ausländischen Bettelmafia in ganz München
  • abgestellte E-Roller auf Gehwegen verbieten
  • bezahlbare Energieversorgung
  • Abschaffung der Taubenplage

  • [Ich nehme an, bei diesem letzten Punkt hat jeder Wähler einen Wunsch frei.]

Es sieht aus, als wäre Frau Mühlhölzl einmal hier unten durch die Passage gegangen, und wupps, fertig war das “Wahlprogramm”. Wie dermaßen armselig.

Der Wisch scheint halt- und wiederverwendbar. Ich schau mal, ob die Kleine morgen wieder da ist, dann gebe ich ihn zurück.

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