Normalerweise sind Jam Sessions mehr so eine Art “Jugend forscht”. Gestern Abend? Ganz eindeutig: “Alter! Ey!” Meine Herren! Ja, alles bejahrte Herren, bis auf die, das habe ich auch zum ersten Mal gesehen, stepptanzende Dame.
Gleich der erste in der Session, Alter und Instrument wie Ian Anderson (also knapp 80 und Querflöte, für die, die keine Oma haben, die sie nach Jethro Tull fragen können) hat mich fast vom Stuhl geblasen. Und so ging es weiter. Dabei hatte ich eigentlich Wetter-Kopfweh und wollte gleich nach dem ersten Set wieder gehen. Von wegen. Die Bühne war dauervoll mit sehr guten Künstlern und Waldenfels hatte den Abend gut im Griff. Das muss man können, Kompliment!
Eine Ausnahme gab es aber doch. Den noch sehr jungen hervorragenden Pianisten. Einer von denen, bei denen man, wenn sie später mal richtig berühmt sind, erzählt, dass man sie schon im Jazzkeller gesehen hat, als sie noch soooo jung waren. Der hörte nach ein paar Nummern am Klavier auf. Aber nur, um auf die andere Bühnenseite zu wechseln und dann am Schlagzeug so richtig loszulegen. Hallo Ballett! Allein für den hätte sich der Besuch schon gelohnt. Aber da waren ja auch noch alle anderen. Ein sehr schöner Abend.
Mit einer Einschränkung: der Keller war schon wieder so quälend eng voll – für mich sind solche Massen nix mehr. Das ist nicht Ambiente und Stimmung, das ist nur eng und laut und schlechte Luft. Man wird ihn dehnen müssen.