Wiedergelesen: Ralf König – “Jago”

König, hierzulande zuständig für das Zeichnen knollennasiger schwuler Männer schickt seine Protagonisten in “Jago” in Shakespeares Globe ins elisabethanische England, eine Zeit, in der Frauen auf der Bühne verboten waren und alle weiblichen Rollen von (gerne verteufelt gut aussehenden) jungen Männern gespielt wurden. Er verwebt des Barden Vorlagen, namentlich “Othello” (Kunststück, bei dem Titel und ja, Eifersucht ist ein wichtiges Motiv, hier wie da), “Romeo und Julia” (Hach, junge Liebe, Huh! Mord und Totschlag!), “Macbeth” (die Hexen sind ein Geschenk von Walter Moers und sehr sehr hübsch, außerdem: Mord und Totschlag!, Bonus: Geister und Gespenster) und nicht zuletzt “Ein Sommernachtstraum” (Durcheinanderwirrgerenne im Nachtwald, Elfengesocks) zu einem ganz eigenen Gespinst, in dem Lust, Leid, Mord und dauernd kampfbereite Schwellungen in den Strumpfhosen zu gleichen Teilen vorkommen.

Von Zeit zu Zeit lese ich Königs Take on Shakespeare ganz gerne, aber jetzt ist auch wieder gut.

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