Ich hatte es, glaube ich, schon mehrfach erwähnt, dass ich das Gros meiner Bücher inzwischen gebraucht kaufe und meistens an Vorbesitzer gerate, die ihre Bücher ebenso so sorgsam lesen wie ich: keine Brösel, keine geknickten Seiten, keine Anmerkungen und Unterstreichungen. Sie haben halt bloß, so wie ich auch, nach einmaliger Lektüre nicht das Bedürfnis, das Buch ihrer Bibliothek einzuverleiben. Gut so. Für alle. Paßt.
Was war ich also neulich überrascht, dass ein Mensch, der mit der Gesamtsituation sehr unzufrieden zu sein scheint, ein gebrauchtes Buch als Vehikel für die Verbreitung seiner Mißstimmung verwendet. In (wohl eigens gefertigten) Stempeln drückt (!) er alle paar Seiten seine Unzufriedenheit mit der “Überfremdung” seiner deutschen Heimat Deutschland aus. Damit aber nicht genug. Dieser Mensch schreibt Zitate aus gräßlichen völkischen Büchern ab, druckt sie auf Papierstreifen in Buchbreite aus und überklebt damit den Text. Was für ein Aufwand!
Ich habe mir die Mühe gemacht, jede dieser Stellen in dem Buch mit post-its zu markieren und den Gebrauchtbuchhänder zu informieren und hoffe, dass diese Person dafür den Ärger bekommt, den sie verdient. Mannomann!