“Das mag vielleicht für Lorde zutreffen”, haben sich hierzulande wohl einige junge Eltern gedacht, “aber nicht für uns”. Und im letzten Jahr ihre Neugeborenen* mit den Taufnamen “Royaltee”, “Princess” und “Princecharles” in den Adelsstand erhoben. Auch Klug- und Weisheit wurden per Erzeugerbeschluß vergeben bzw. angefordert, “Wizdom” war im Jahre 2014 ebenfalls ein Renner. Weitere 203 Menschen sind für den Rest ihres Lebens, oder zumindest, bis sie alt genug sind, das per Behördenbeschluß zu ändern, mit der Erinnerung, daß in ihrem Geburtsjahr Putins Olympiade stattfand und dem Vornamen “Sochi” geschlagen.
Glaubt man dem Trend-Scout der Website nameberry.com, wird 2015 das Jahr der “Big Statements” und es ist mit einer Häufung von Namen wie “Titan” und “Royal” (auch in der Variante “Princegeorge”) zu rechnen. Doch auch Tugend sei wieder in, was zu “Saint”, “Prudence” oder “Noble” in der Krabbelgruppe führen könne. Wer eher auf “badass” steht, der werde seinen Nachwuchs wahrscheinlich “Breaker”, “Rowdy” oder “Rogue” nennen. Namen wie “River”, “Sage” und “Sunbeam” werden die Kinder von Granola-Eltern (Ökos) in ein paar Jahren in die Selbsthilfegruppen treiben und sie werden dort auf die Kinder richtig cooler Erzeuger treffen, die im Super-Sport-Stroller den kleinen “Buzz” oder “Lazer” vor sich durch den Park schubsen.
Vielleicht täusche ich mich ja auch, und sie alle und auch die kleine “Payzlee” (ja, nach dem Stoffmuster) tragen ihre Namen irgendwann mit Stolz. Buchstabieren wird dieses Kind auf jeden Fall schnell lernen.
* Sobald ein Name fünf Mal in den Verzeichnissen der Socical Security Insurance auftaucht, gilt er als eingeführt und kommt ins Namensregister.