Mit der Überschrift “»Lucky Luke« war mal ein mythischer Cowboy, dann wurden die Comics immer lahmer. Kann sein Schatten ihn endlich erschießen?” beginnt Arno Frank vom Spiegel seinen Verriß. Da war ich noch guten Mutes, denn das kenne ich doch vom früheren Comic-Kritiker-Papst Timur Vermes, dass sie in dieser Abteilung beim Spiegel alles, was ich in diesem Genre an sich gar nicht so übel finde, nach Strich und Faden herunterputzen.
Dann habe ich den neuen Lucky Luke gelesen.
Komme zum gleichen Schluß wie Herr Frank: “Der Band will ein Panorama der USA unter der MAGA-Fuchtel sein, und daran trägt er allzu schwer. Anspielungsreich geht es um Verschwörungstheorien, kultische Verehrung, Kapitalismus, Umweltprobleme und Corona.” Mit hoch erhobenem Zeigefinger kommt die Geschichte arg belehrend daher. Schade.
Zwischendrin sind ein paar ganz wunderschöne lustige Ideen in dem schmalen Band, wie die Mosaik-Kirchenfenster von – zum Beispiel – der aus einem früheren Band bekannten exotischen Tänzerin “Sankt Lulu Carabine, die Trostreiche” und “Sankt Averell, Schutzpatron aller geistig Armen” oder auch ein Dialog wie “Sie sprechen mit Ihrem Pferd” – Und Lukes verwunderte Antwort: “Sie nicht?”
Aber es langt nicht recht. Für nix. Und Herr Frank hat recht. Leider.