Sagt der Werwolf zum Vampir…

“I am hotter than you!”

Wenn man’s mir gestern gesagt hätte, hätte ich es auch nicht geglaubt. Nämlich, dass ich mir den nunmehr schon 3. Teil der Twilight Saga (“Eclipse”) im Kino antue. Ohne Lenas Vorabbriefing hätte ich es wahrscheinlich auch nicht lange ausgehalten in einer Welt, wo Vampire im Tageslicht glitzern wie eine Discokugel, Knoblauchbaguette essen und mit ihren Adoptivvampireltern in einem Frank Lloyd Wright Designerhaus wohnen. Teil 3 hält sich nicht lange damit auf, zu erklären, was in Teil 1 und 2 stattgefunden hat und wer wer ist; wahre Fans wissen das, weil sie Stephenie Meyers Bücher gelesen und jede Verfilmung mehrfach gesehen haben (hier haben die Menschen nach der Vorstellung auch begeistert applaudiert).

Bella, die menschliche Heldin, steht kurz vor dem Schulabschluss und ist verliebt. Sowohl in einen Vampir als auch (ein bißchen) in einen Werwolf. Der ist aber eigentlich Indianer und wohnt mit dem Stamm-Rudel (auf englisch “the pack”) in einer ausgebauten Trapperhütte im Wald. Als Mensch schlüpft der gemeine Werwolf wegen Heißblütigkeit in kurze Hosen (auch auf’m Berg im Schneesturm), hat eine ganz aparte Tätowierung auf dem Oberarm und Sixpacks wie der Old Spice Man. Als Tier ist er ziemlich groß und trägt Pelz.

Die ganze Geschichte ist ausgesprochen hanebüchen und ich bin offensichtlich nicht die Zielgruppe, ich habe nämlich schon vor einer Weile mein Abitur geschrieben, lasse mich nicht mit Männern ein, die – je nach Ernährungszustand (hungrig = gelb, satt = braun) – unterschiedlich farbige Kontaktlinsen tragen und hatte noch nie einen Hang zum Haustier. Außerdem weiß ich, dass Vampire keine Kapuzenpullis tragen, sondern Capes und man ihnen mit Knoblauch beikommt sowie Holzpflöcke und ein Kreuz in Reichweite haben sollte. Werwölfe erschießt der Könner mit in Neumondnächten gegossenen Silberkugeln. Und sie sind keine Indianer.

Frau Meyers schert sich nicht um Traditionen. Und macht mit ihren Highschool-Vampires rieisige Auflagen. Manche Menschen tun für Geld wirklich alles.

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