Immer, wenn ich versuche, jemandem zu erklären, was BlöZinger (Robert Blöchl und Roland Penzinger) eigentlich so genau machen, dann verwende ich ziemlich rasch den Begriff “Anarchie”, also genauer: “Anarchokabarett”. Was man sich darunter vorzustellen hat? Groben und feinen Fug und Unfug. BlöZinger eben.
In “Schloß mit lustig” schicken sie ein ungleiches Autorenpaar in Erwartung eines Literaturpreises nach Transylvanien, in Draculas (und Igors) Schloß. Dort müssen die Preisträger in spe aber entdecken, dass sie auf inzwischen stark geschrumpfte Heldinnen und Helden der Weltliteratur treffen, die, weil sie keiner mehr liest, der finalen Kleinstwerdung entgegen sehen und nun von den beiden Literaten neue zeitgemäße Geschichten und damit Wiederauferstehung erwarten. Gerne ganz was neues, wie, nur mal so als Beispiel “Fifty Shades of Mary Poppins”. (“Ich erfülle Wünsche”, sardonisches Grinsen).
Nein, ich führe das nicht aus. Wer zu den BlöZingers geht, muss ein gerüttelt Maß an Phantasie und eine Neigung zum gehobenen Schwach- sowie Tiefsinn mitbringen. Oder wars doch mehr gehobenen Tief- sowie Schwachsinn? Hauptsache: Neigung.
So wie das Publikum gestern. Mann, war das eine Stimmung! Toll! Fast zehnminütiger lauter Schlußapplaus. Holla!
Sie treten am 14.10.26 mit ihrem sehr schönen KopfKinoKabarett “Erich” im Schlachthof auf. Ich gehe (mal wieder) hin. Wer mitkommen mag, gebe Bescheid.